Rettich – traditioneller Lückenfüller

31.08.2021Pflanzensteckbriefe

Rettich ist eine jahrtausendealte aus Asien stammende Kulturpflanze. Daher lohnt sich auch für die vielfältigen Arten der Zubereitung ein Blick nach Asien, wo der Rettich roh, gedünstet oder fermentiert verzehrt wird.

Die Rettichkultur im Hausgarten ist einfach und lohnt sich für alle Gärtner_innen.

 

Aussaat

  • Rettich kann, je nach Sorte, im Freiland ab Anfang März bis Ende August gesät werden und im Gewächshaus von Ende Januar bis Ende September. Wie auch bei Radieschen ist eine der Jahreszeit entsprechende Sortenwahl entscheidend. Zu den Frühlingsrettichen gehört der Ostergruß rosa, den man ab schon ab Mitte März aussät. Die späten Sorten wie der violettfarbene Herbstrettich Blauer Herbst & Winter und der Winterrettich Runder Schwarzer Winter werden erst im Sommer ins Beet gebracht.
  • Die Saattiefe beträgt 1-2 cm. Bei einer Temperatur von 15-20 °C keimt Rettich nach 7-10 Tagen.
  • Wir empfehlen eine Rettichaussaat in Reihen, mit einem Abstand in der Reihe von 8-10 cm und einem Reihenabstand von 20-35 cm.
  • Rettich gedeiht in fast allen Böden, bevorzugt jedoch einen leichten bis mittelschweren, lockeren Boden mit einer guten Wasserversorgung.
  • Als Mittelzehrer ist Rettich sehr gut als Folgekultur nach Erbsen oder Bohnen anzubauen.
  • Als Kreuzblütler sollte Rettich nur alle 3-4 Jahre im gleichen Beet angebaut werden.

Kulturführung

  • Rettich benötigt eine gleichmäßige Wasserversorgung, sonst wird er pelzig, scharf und bildet vorzeitig Blüten. 
  • Besonders zu Kulturbeginn lohnt es sich, durch Hacken für eine feinkrümelige Oberfläche zu sorgen. Dies beugt dem Befall von Erdflöhen vor, reguliert die Beikräuter und wirkt der Verdunstung von Bodenwasser entgegen.
  • Eine Düngung mit unreifem Kompost oder Mist sollte vermieden werden, da dies den Befall mit Maden fördert. Vor der Aussaat kann etwas reifer Kompost in das Beet eingearbeitet werden.

Tipp

Aufgrund der recht kurzen Kulturdauer und dem geringen Flächenbedarf eignet sich der Rettich bestens als Vor-, Zwischen- oder Nachkultur.

Häufige Probleme und Lösungsansätze

  • Der für den Rettich relevanteste Schädling ist die Kohlfliege. Diese Fliegen legen Ihre Eier an den Wurzelhals, die Larven bohren sich nach dem Schlüpfen in die Wurzel und hinterlassen Fraßgänge. Hier hilft das Abdecken mit Kulturschutznetzen gleich nach der Aussaat.
  • Erdflöhe treten vor allem bei trockenem und warmem Wetter auf. Wie bereits erwähnt, hilft es, das Beet durch Hacken feinkrümelig zu halten und nicht austrocknen zu lassen.

Ernte

  • Rettich ist nach sechs bis acht Wochen erntereif.
  • Das Erntefenster für Rettich ist relativ kurz, er sollte innerhalb einer Woche geerntet werden, sonst werden die Rüben überreif, pelzig und hohl.
  • Winterrettich-Sorten wie „Runder schwarzer Winter“ und „Blauer Herbst- und Winter“ lassen sich bei Temperaturen um die 0 °C und sehr hoher Luftfeuchtigkeit bis zu sechs Monate lagern. Dazu die Rettiche bei trockenem Wetter ernten und das Laub knapp über dem Wurzelansatz abdrehen.

Sortenempfehlungen

  • „Bierrettich“ Laurin: biologisch-dynamische Neuzüchtung, langer, weißer, großer Rettich der sehr zart ist und durch seinen guten Geschmack überzeugt.
  • Runder schwarzer Winter: Traditioneller Winterrettich zum Einlagern. Er ist bis März/April haltbar.


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