Möhren – bunte Vielfalt

01.03.2022Pflanzensteckbriefe

Karotten, Gelbe Rüben, Mohrrüben, Möhren, Wurzeln – die Namen sind zahlreich, aber gemeint ist (fast immer) das gleiche: unser beliebtestes Wurzelgemüse. Möhren gibt es in vielen Formen und Farben – von kugelig bis spitz, von weiß über gelb zu orange und rot bis violett. Auch geschmacklich bietet sie eine große Variationsbreite und für die Verwendung gibt es unzählige Möglichkeiten. Im Anbau ist die Möhre unkompliziert, wenn man verschiedene Punkte beachtet.

 

Aussaat

  • Möhren brauchen einen tief gelockerten, möglichst steinfreien Boden. Die besten Voraussetzungen liefern sandige bis lehmige Böden. Nicht gut geeignet sind hingegen schwere Böden oder Böden, die zu Verschlämmung neigen. In diesen Fällen bietet sich der Anbau auf Dämmen an. Dieser erleichtert den Möhren in den Boden zu dringen und hilft gegen unerwünschte Verzweigungen.
  • Es empfiehlt sich, die Beete frühzeitig vorzubereiten, damit die an die Oberfläche beförderten Unkrautsamen vor der Aussaat der Möhren keimen und gejätet werden können. Dadurch erspart man sich das mühevolle Jäten zwischen den kleinen Möhrenpflänzchen und verhindert, dass diese durch schneller wachsende Wildkräuter verdrängt werden. Vor der Bearbeitung des Bodens kann eine Hand voll Algenkalk, eventuell gemischt mit Steinmehl, ausgebracht werden, da Möhren kalkhaltige Erde lieben.
  • Je nach gewünschtem Erntezeitpunkt und Entwicklungszeit der gewählten Sorte können Möhren ab März (frühe und mittelfrühe Möhren) bis Anfang Juli (Lagermöhren) direkt ins Freiland gesät werden. Frühe Aussaaten können im Frühbeet oder mit Vlies vor kalten Temperaturen geschützt werden.
  • Möhren haben eine lange Keimdauer von 2-3 Wochen. Daher bietet sich eine Markiersaat mit Radieschen an. Wenn diese geerntet werden, wird die Möhrensaat automatisch ausgelichtet.
  • Die Saattiefe sollte 1,5-2,5 cm betragen und zwischen den Reihen sollten 30-50 cm Abstand gelassen werden. Möhren keimen ab 5 °C. Die optimale Keimtemperatur beträgt 22 °C. Grundsätzlich sind sie sehr gut an unser gemäßigtes Klima angepasst.
  • Möhrensaatgut ist zwei bis drei Jahre keimfähig.  

Fruchtfolge und Mischkultur

  • Bei der Kultur von Möhren muss besonders auf die Fruchtfolge geachtet werden, um Schädlingsbefall vorzubeugen. So sollten sie erst nach sechs Jahren wieder im gleichen Beet angebaut werden. Dieser Abstand gilt auch zu anderen Doldenblütlern wie Pastinake, Fenchel, Sellerie oder Petersilie.
  • Gute Vorkulturen sind Kartoffeln, Zwiebeln oder Gründüngung sowie Pflanzen, die den Boden beschatten und so den Unkrautdruck für die Möhren reduzieren oder Kulturen, die mit reichlich organischer Substanz gedüngt wurden. Ungünstige Vorkulturen sind, neben anderen Doldenblütlern, Luzerne oder Klee, Tomaten, Porree, Schwarzwurzeln und Mais.
  • Gute Mischkultur Partner sind Dill, Porree, Zwiebeln und Kohlrabi.

Tipp

Eine MIschung des Möhrensaatgutes mit Sand, oder die Verwendung von Saatbändern, verhindert eine zu dichte Saat.

Kulturführung

  • für eine gute Entwicklung ist es sehr wichtig, dass die Möhren ausreichend Platz haben. Die Pflänzchen sollten daher auf 2-5 cm ausgedünnt und das Unkraut zwischen den Reihen sorgfältig gejätet werden. Verdichtet sich der Boden, z. B. nach Starkregen, muss dieser gut gelockert werden.
  • Möhren haben einen durchschnittlichen Wasserbedarf. Während der Keimung muss der Boden unbedingt feucht gehalten werden. Dazu sehr vorsichtig gießen. Wassermangel während der Wurzelbildung führt zu einem geringeren Ertrag, deswegen sollte in Trockenperioden regelmäßig bewässert werden.
  • Dies gilt vor allem in den letzten 4 Wochen vor der Ernte. Wechseln sich Trockenheit und Nässe in dieser Phase ab, platzen die Rüben auf.
  • Der Grund, warum Möhren in vielen Hausgärten nicht wie gewünscht gedeihen, ist häufig neben der falschen Fruchtfolge eine zu starke Düngung. Wenn das Beet im Vorhinein mit reifem Kompost vorbereitet wurde, ist eine weitere Düngung im Laufe der Saison nicht mehr nötig. Achtung: Frischer Mist kann die feinen Möhrenwurzeln schädigen und zieht außerdem Möhrenfliegen an. 

Häufige Probleme und Lösungsansätze

  • Die Möhrenfliege ist der häufigste Schädling im Möhrenanbau. Die Fliege legt ihre Eier am Hals der Rüben ab und die geschlüpften Maden fressen sich dann durch die Möhren. Diese werden dadurch bitter und können faulen. Die erste Generation der Maden schlüpft Mitte Mai und die zweite Generation ab Mitte August. Diese Generation ist besonders gefährlich für Möhren im Winterlager. Als Schutzmaßnahme kann das Möhrenbeet direkt nach der Aussaat mit einem Gemüseschutznetz bedeckt und eine windige Lage gewählt werden. Bestände mit Aussaattermin im März/April und Juni/Juli werden weniger befallen. Besonders wichtig ist außerdem die Einhaltung eines ausreichenden Jahresabstands bei der Fruchtfolge.
  • Mögliche Schädlinge sind außerdem die Gierschblattlaus und Wurzelgallennematoden. Der Blattlausbefall kann ebenfalls durch Gemüseschutznetze verhindert werden. Die Nematoden sind an massiv deformierten Wurzeln und an kugeligen Anschwellungen an den Feinwurzeln (Gallen) zu erkennen. Eine Behandlung ist hier nicht möglich, es hilft nur, die sechsjährige Anbaupause einzuhalten.
  • Im Winterlager können verschiedene Pilzkrankheiten auftreten, z. B. Lagerfäule. Deswegen sollten nur reife, unbeschädigte und ungewaschene Rüben eingelagert werden. Außerdem dürfen die Möhren nicht zu dicht geschichtet werden. Wenn Erdmieten als Lagerort genutzt werden, sollten diese jedes Jahr an anderer Stelle angelegt werden.   

Ernte

  • Möhren reifen je nach Sorte in ca. 100 Tagen und können entsprechend dem Aussaatdatum von Mai bis Oktober, mit Frostschutz auch später, geerntet werden. Jung schmecken sie besonders süß, ausgereift enthalten sie mehr ätherische Öle, was besser für die Lagerung ist. Für die Winterlagerung sollten Möhren dann geerntet werden, wenn sich die Blattspitzen rötlich oder gelb verfärben, die Wurzelspitze runder wird und Rüben zylindrisch geformt sind.
  • In einem Kunststoffbeutel mit Löchern oder einem feuchten Küchentuch halten sich junge Möhren im Kühlschrank für ein bis zwei Wochen. Zur längeren Lagerung nur gesunde, unbeschädigte, vollreife und ungewaschene Rüben wählen. Die so an der Wurzel verbleibende Erde verhindert das Austrocknen. Die Blätter sollten unbedingt abgeschnitten werden ca. 3-5 cm über der Wurzel. Möhren nicht gemeinsam mit Obst lagern.
  • Für die Lagerung über den Winter gibt es verschiedene Möglichkeiten. Im möglichst kühlen (1-5 °C), frostfreien, feuchten (optimal Luftfeuchtigkeit über 90 %) und regelmäßig belüfteten Keller können Lagermöhren in leicht angefeuchtetem Sand geschichtet für viele Monate überdauern. Alternativ können Karotten im Garten eingegraben werden oder in Regionen, in denen die Böden über den Winter nur kurze Zeit gefroren sind, unter einer dicken Mulch- oder Strohschicht im Beet belassen und nach Bedarf geerntet werden.

Sortenempfehlungen

Für den Anbau im Hobbygarten empfehlen wir die Sorten Milan und Rodelika. Die Sorte Milan ist eine Nantaise-Typ-Möhre, die eher schneller wächst und daher schon früh geerntet werden kann. Rodelika ist eine besonders leckere Sorte und lässt sich sehr gut lagern. Außerdem haben wir die Sorte Oxhella als Spezialität im Sortiment.  



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