Radieschen – unverzichtbare Frühstarter

15.02.2022Pflanzensteckbriefe

Radieschen gehören zu den ersten Gemüsen der Saison, die im Garten frisch geerntet werden können. Sie sind einfach anzubauen, stellen geringe Ansprüche an den Boden und sind optimal an unsere Klimazone angepasst. Weil sie so leicht zu kultivieren sind und schnell wachsen, eignen sie sich hervorragend für das Gärtnern mit Kindern. Zusätzlich sind sie auch noch sehr gesund, da sie Senföle, die eine antibakterielle und pilzhemmende Wirkung haben, Vitamin C und viele Mineralstoffe wie Kalium und Eisen enthalten.

Aussaat

  • Radieschen können ab Anfang März direkt ins Beet gesät werden. Falls späte Fröste auftreten, kann die Saat zum Schutz mit Vlies abgedeckt werden. Um regelmäßig bis in den Sommer Radieschen ernten zu können, kann alle zwei Wochen nachgesät werden. Hierzu die Aussaatinformationen zu den verschiedenen Sorten beachten, manche Sorten vertragen Hitze nicht so gut und werden dann schnell holzig.   
  • Radieschen haben keine besonderen Ansprüche an den Boden. Am besten gedeihen sie in gut gelockerter, humoser Erde. Eine frische Düngergabe im Vorhinein ist nicht nötig.
  • Gesät wird meist in Reihen mit einem Abstand von 15 bis 25 cm. Dafür werden im gelockerten Beet ca. 1 cm tiefe Rillen gezogen, in die in einem Abstand von 2 bis 3 cm die Samenkörner gelegt werden. Anschließend werden sie leicht mit Erde bedeckt. Zu tiefe Saat führt zu unförmigen, eher zylindrischen Knollen. Sät man Radieschen zu dicht, bilden sie statt Knollen vor allem Blätter aus. Wem die Aussaat der einzelnen Körner zu aufwendig ist, kann etwas dichter aussäen und im Nachhinein auslichten oder ein Saatband verwenden.
  • Radieschen beginnen schon nach wenigen Tagen zu keimen, weshalb sie oft als Markiersaat für andere, langsamere Kulturen wie Möhren verwendet werden. Dazu werden einige Radieschenkörner unter das Saatgut gemischt und mit ausgesät. Die kurze Zeit später spitzenden Radieschenkeimlinge zeigen dann der Gärtner:in, wo die langsamere Aussaat zu erwarten ist.  
  • Radieschen haben geringe Temperaturansprüche. Sie keimen schon ab 6 °C, wachsen bei 5-10 °C und vertragen kurze Fröste. Die optimale Keimtemperatur beträgt 15-20 °C.

Fruchtfolge und Mischkultur

  • Nach dem Anbau von Kohl, Senf zur Gründüngung oder einer vorherigen Radieschenkultur sollte ein Abstand von 3 bis 4 Jahren eingehalten werden.   
  • Wegen ihrer kurzen Kulturdauer und ihrem geringen Platzbedarf sind Radieschen ideale Vor-, Nach- und Zwischenkulturen. Sie sind gute Mischkulturpartner für andere Schwachzehrer wie Salate und Spinat. Schlechte Partner sind Gurken und Zwiebeln.

Tipp

Radieschen eignen sich auch sehr gut als Balkongemüse im Blumenkasten, da sie nur eine Erdschicht von ca. 15 cm Höhe brauchen, um schöne Knollen zu bilden. Ganz wichtig ist, sie nicht austrocknen zu lassen, aber Staunässe zu vermeiden.  

Kulturführung

  • Das wichtigste beim Anbau von Radieschen ist, eine gleichmäßige Wasserversorgung zu gewährleisten. Ist diese nicht gegeben, beginnen Radieschen vorzeitig zu blühen, bilden keine Knollen oder werden pelzig und scharf. Bei intensivem Sonnenschein sollte täglich gegossen werden. Eine Mulchschicht hilft, Feuchtigkeit im Beet zu speichern.
  • Radieschen sind Schwachzehrer und brauchen keine eigene Düngung. Keinesfalls mit frischem Mist oder unreifen Kompost versorgen.

Häufige Probleme und Lösungsansätze

  • Bei Einhaltung der Fruchtfolge sind Radieschen eine sehr gesunde Kultur. Nur Erdflöhe können einen Strich durch die Rechnung machen. Sie fallen gerne in warmen Sommermonaten über die Radieschenpflanzen her und durchlöchern das Laub. Eine feinkrümelige Bodenoberfläche, die durch regelmäßiges Hacken erreicht wird, und eine gleichmäßige Wasserversorgung machen es ungemütlich für den Erdfloh. Abhilfe schaffen kann auch der Anbau unter Vlies.

Ernte

  • Radieschen sind schon nach vier bis sechs Wochen erntereif. Am besten erntet man sie, wenn sich über der Erde schon eine deutlich sichtbare rote Knolle wölbt und alle Blätter noch direkt an der Knolle ansetzen. Dann sind sie am saftigsten. Wartet man zu lange mit der Ernte, werden Radieschen hohl und pelzig
  • Bei eng gesäten Kulturen empfiehlt sich, die größten Radieschen als erstes zu ernten, sodass die anderen Pflanzen Platz bekommen, um sich zu entwickeln.
  • Radieschen wollen rasch verzehrt werden. Im Kühlschrank sind sie 2 bis 3 Tage haltbar, wenn man die Blätter entfernt und die Knollen in ein feuchtes Tuch einschlägt.  

Sortenempfehlungen

Für den Anbau im Hobbygarten empfehlen wir Sora, ein karminrotes Radieschen, das lange fest und zart bleibt mit würzigem Geschmack, Marike, ein eher mildes, schnell wachsendes Radieschen, das sich für den Anbau im Frühling und Herbst eignet und Eiszapfen, ein weißes, zylinderförmiges Radieschen mit mildwürzigem Geschmack.

Von der kugelrunden, leuchtend roten Sorte Rudi bieten wir ein 5 m langes Saatband an.

Tipp

Lässt man Radieschenpflanzen stehen, bildet sich ein bis zu 50 cm langer Trieb mit weißen oder rosafarbenen Blüten, die gerne von Insekten besucht werden. Aus den abgeblühten und ausgereiften Fruchtständen kann dann eigenes Saatgut für die nächste Saison gewonnen werden. Da Radieschen Fremdbefruchter sind, sind dafür mehrere Pflanzen nötig. Es sollten solche Exemplare gewählt werden, die gut ausgebildete Knollen haben.



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