Gurke – Frische aus eigener Ernte
29.08.2023Pflanzensteckbriefe

Die Gurke (Cucumis sativus) gehört zur Familie der Kürbisgewächse. Mit ihrem erfrischenden Geschmack ist sie ideal für Sommersalate, kalte Gemüsesuppen und Tsatsiki! Wer Gurken im eigenen Garten ernten möchte, sollte bei der Sortenwahl darauf achten, ob es sich um eine Freiland- oder Gewächshausgurke handelt. Glattschalige Schlangengurken, wie man sie aus dem Laden kennt, werden immer im Gewächshaus angebaut. Sie werden wie Tomaten an Schnüren oder anderen Rankhilfen gezogen. Gewürzgurken, auch Einlegegurken genannt, sind Freilandsorten, die wie Kürbisse am Boden liegend wachsen. Außerdem gibt es Salatgurken-Sorten, die unter beiden Bedingungen gut gedeihen. Informationen darüber, welche Sorten sich für den Anbau im Freiland oder im Gewächshaus eignen, finden Sie in unserem Onlineshop.
Bei der Auswahl der passenden Gurkensorte ist weiterhin zu beachten, ob es sich um eine gemischtblühende oder parthenokarpe Sorte handelt. In der Regel bilden Gurken sowohl männliche als auch weibliche Blüten aus. Nach der Bestäubung durch Insekten entwickeln sich aus den weiblichen Blüten Früchte. Parthenokarpe („jungfernfrüchtige“) Sorten sind neuere Züchtungen, die nur weibliche Blüten ausbilden und nicht durch Insekten bestäubt werden müssen, was für den Anbau im Gewächshaus sehr nützlich ist. Sie sind besonders beliebt wegen ihres hohen Ertrags und weil sie unter normalen Umständen keine Samen ausbilden. Die Samenanlagen sind zwar vorhanden, bleiben aber wegen der fehlenden Befruchtung unterentwickelt. Wenn sie jedoch von Bienen angeflogen werden, die zuvor eine gemischtblühende Sorte mit männlichen Blüten besucht haben, können sie bestäubt werden. Die Gurke entwickelt dann Samen im unteren Teil der Frucht, was zu unschönen Verformungen führt. Deshalb sollten parthenokarpe Gurken nicht zusammen mit gemischtblühendenSorten und nur im Gewächshaus angebaut werden.
Aussaat
- Wir empfehlen die Voranzucht im Haus, denn Gurken brauchen zur Keimung noch mehr Wärme als Tomaten und die kleinen, wachsenden Sämlinge sind sehr empfindlich.
- Da Gurken schnell keimen und raschwüchsig sind, reicht für die Pflanzung ins Freiland die Aussaat in der ersten Maiwoche – zwei bis drei Wochen vor dem Auspflanzen. Für die Gewächshauskultur kann die Anzucht bereits Anfang April beginnen. Gurken sollten keinesfalls zu früh gesät werden.
- Wichtig ist, dass die Pflanzen von Anfang an zügig wachsen können. Dafür brauchen sie ausreichend große Töpfe (9 cm Durchmesser) und nährstoffreiche Pflanzerde.
- Die Saattiefe für Gurken beträgt etwa 2 cm.
- Die optimale Keimtemperatur liegt bei 25 bis 28 °C. Nach dem Keimen die Pflänzchen kühler stellen (ca. 20 °C).
- Aufgrund der empfindlichen Wurzeln dürfen Gurkenpflanzen nicht pikiert werden.
- Freilandgurken können zwischen Ende Mai und Anfang Juni auch direkt gesät werden. Idealerweise zwei bis drei Samen pro Pflanzstelle säen und später nur die stärkste Pflanze stehen lassen. Ein Vorteil der direkt gesäten Pflanzen ist, dass diese tiefer wurzeln und somit weniger gegossen werden müssen. Sorgen Sie für einen Schneckenschutz, solange die Pflanzen noch klein sind.
Gurke pflanzen
- Die Jungpflanzen langsam an die Bedingungen im Freien gewöhnen: Bei milder Witterung tagsüber drei bis vier Tage lang an einen geschützten, schattigen Platz stellen, nachts wieder ins Haus holen.
- Freilandgurken brauchen keinen Regenschutz und sollten an einem warmen, sonnigen und windgeschützten Platz gepflanzt werden. Sie bevorzugen einen humosen, lockeren Boden.
- Vorgezogene Gurken erst nach den Eisheiligen ins Freiland pflanzen. Bereits bei Temperaturen um 5 °C welken die Jungpflanzen und sterben später ab. Länger anhaltende Temperaturen zwischen 6 und 12 °C führen zu Wachstumsstockungen. In kalten Nächten hilft es, die Pflanzen mit einem Vlies abzudecken. Es sollte jedoch nicht direkt auf den Pflanzen liegen, sondern ein Zelt darüber bilden.

- Im Gewächshaus kann bereits Anfang Mai gepflanzt werden, doch auch hier kann in kalten Nächten ein Schutz mit Vliesen erforderlich sein.
- Der optimale Pflanzabstand im Freiland liegt bei 40 cm innerhalb einer Reihe und 1 m zur nächsten Reihe. Pflanzabstände im Gewächshaus für aufgeleitete Pflanzen betragen im Idealfall 50 cm innerhalb der Reihe und 150 cm zwischen zwei Reihen.
- Gurken sind Starkzehrer. Daher vor der Pflanzung reichlich halbverrotteten Stallmist (idealerweise Pferdemist) oder Kompost in das Beet einarbeiten.
- Keine überständigen Pflanzen setzen, ideal ist der Zeitpunkt, wenn die Pflanzen drei bis vier Laubblätter gebildet haben. Zu große Pflanzen reagieren mit Wachstumsstockung und erholen sich oft nicht mehr. Beim Aus- und Umpflanzen dürfen die Wurzeln nicht beschädigt werden. Die Pflanzen vorsichtig aus dem Topf lösen und mit ganzem Wurzelballen verpflanzen.
Tipp
Gurken gedeihen auch wunderbar auf dem Balkon. Dafür einen Kübel mit mindestens 15 l, besser 30 l Fassungsvermögen pro Pflanze verwenden, ausreichend düngen, mulchen und regelmäßig mit Wasser versorgen.
Fruchtfolge und Mischkultur für Gurken
- Die Anbaupause beim Anbau von Gurken auf derselben Fläche sollte vier Jahre betragen.
- Gute Vorfrüchte sind alle stickstoffsammelnden Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder alle Kleearten. Schlechte Vorfrüchte sind Kohlgewächse und Mais.
- Gute Mischkulturpartner für Gurken im Freiland sind Buschbohnen, Kohlrabi und Dill. Salate und Radieschen können ebenfalls in enger Nachbarschaft mit Gurken angebaut werden, da sie bereits geerntet werden können, wenn die Gurken mehr Raum benötigen.
Kulturführung der Gurke
- Um einen guten Ertrag zu erzielen, sollten Gurken unbedingt kontinuierlich mit ausreichend Wasser versorgt werden. Anhaltende Trockenheit und unregelmäßiges Gießen können zu verkrüppelten Früchten und zur Bildung von Bitterstoffen führen
- Sie freuen sich daher über eine dicke Mulchschicht aus Grasschnitt oder Stroh, auch im Gewächshaus. Diese reduziert die Verdunstung über die Erdoberfläche auf ein Minimum und somit auch die benötigte Menge an Gießwasser.
- Alle Gurken können aufgeleitet werden. Nötig ist eine Rankhilfe allerdings vor allem bei Schlangengurken, die im Gewächshaus angebaut werden. Als Rankgerüst sind unterschiedliche Konstruktionen denkbar, auch der Gartenzaun oder ein Spalier eignen sich gut. Im Gewächshaus werden meist Schnüre von oben gespannt, die in einer lockeren Schlaufe zwischen dem zweiten und dritten Blattpaar um die Pflanze gebunden werden. Die Pflanzen nun regelmäßig vorsichtig um die Schnüre wickeln.
- Im Freiland brauchen Gurkenpflanzen nur wenig Pflege. Sie werden in der Regel nicht zurückgeschnitten und müssen auch nicht ausgegeizt werden. Schnittmaßnahmen fallen hier nur an, wenn sich die Pflanzen im Gemüsebeet zu stark ausbreiten.
- Bei den aufgeleiteten Gurken im Gewächshaus hingegen ist das Ausgeizen sinnvoll. (Achtung: Dies trifft nicht auf unsere Gurkensorte Arola zu). Damit wird der Ertrag erhöht und Krankheiten vorgebeugt. Dazu werden alle Seitentriebe der Pflanze bis zur Wuchshöhe von 50 cm entfernt. Ab 50 cm sollten die Blattachseln regelmäßig auf Seitentriebe kontrollieren und diese hinter den ersten ein bis zwei Fruchtansätzen gekappt werden. Oft werden Gurken auch zweitriebig aufgeleitet. Dabei wird der unterste Seitentrieb ebenfalls als Haupttrieb ausgewählt und aufgeleitet. Bei dieser Methode können dann alle weiteren Seitentriebe entfernt und nur die Fruchtansätze in den Blattachseln der Haupttriebe belassen werden.
- Gurken wurzeln sehr flach, daher sollte um Gurkenpflanzen herum möglichst nicht gehackt werden.
- Als Starkzehrer sollten die Pflanzen ab Beginn der Fruchtbildung im Abstand von drei Wochen mit verdünnter Brennnesseljauche oder einem anderen organischen Dünger nachgedüngt werden.
- Abgesehen von den parthenokarpen Sorten sind Gurken auf Insekten zur Bestäubung angewiesen. Im Gewächshaus muss gewährleistet sein, dass diese leichten Zugang zu den blühenden Gurken haben.
Häufige Probleme und Lösungsansätze beim Gurken-Anbau
- Es gibt so viele verschiedene Gurkenkrankheiten, dass wir uns hier auf die häufigste beschränken möchten: Der falsche Mehltau. Dieser Pilz tritt im Sommer auf, sobald die Nachttemperaturen unter 10 °C sinken und es wiederholt zu Taubildung kommt. Als Vorbeugungsmaßnahme gegen den falschen Mehltau die Pflanzen nur morgens gießen, damit sie mit trockenen Blättern in die Nacht gehen. Eine Mulchschicht verhindert außerdem, dass die Pflanzen direkt auf dem Boden aufliegen. So können sie besser abtrocknen. Früchte erst ernten, wenn der Morgentau getrocknet ist. Pflanzenstärkungsmittel verwenden: Ackerschachtelhalmjauche in der Verdünnung 1:10 alle zwei Wochen drei Tage hintereinander spritzen.
- Oft bilden Gurkenpflanzen am Anfang nur männliche Blüten aus. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Hitze oder Kälte, Trockenheit oder Staunässe, Nährstoffmangel oder Überdüngung, das alles stresst die Pflanze. Erst wenn die Bedingungen passen und die Pflanze stark genug ist, setzt sie auch weibliche Blüten an. Das kann manchmal Wochen dauern.
- Heutige Gurken sind auf Bitterfreiheit gezüchtet. Im Gewächshaus wachsende Früchte sind in der Regel immer frei von Bitterstoffen, Freilandsorten entwickeln Bitterstoffe, wenn sie unter Stress – wie oben benannt – leiden. Deshalb gibt es auch die Empfehlung, Gurken nur mit angewärmtem Wasser zu gießen, um ihnen den Kälteschock zu ersparen. Bitter schmeckende Gurken sollten nicht verzehrt werden. Oft reicht es aber aus, den Stielansatz zu entfernen, denn meist ist nur der obere Teil nicht genießbar.

Gurken ernten
- Je nach Sorte kann ca. acht bis neun Wochen nach der Pflanzung mit der Ernte begonnen werden. Dazu die Früchte mit einer Gartenschere oder mit einem scharfen Messer abschneiden.
- Gurken für den Frischverzehr werden früher geerntet als Gurken, die eingelegt werden sollen. Wer alle zwei bis drei Tage die Früchte abnimmt, sorgt dafür, dass die Pflanze fortlaufend neue Blüten bildet. Gesunde Pflanzen, die regelmäßig beerntet werden, setzen bis in den Herbst hinein Früchte an.
- Gurken halten ein bis zwei Wochen und sollten nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, da die Lagertemperatur nicht unter 10 °C liegen sollte. Besser ist ein Keller oder eine kühle Speisekammer.
Sortenempfehlung Gurke für den Hobbygarten

Tanja
Besonders geeignet für den Freilandanbau ist die ertragreiche und garantiert bitterfreie Landgurke Tanja. Sie kann auch im Gewächshaus oder in Pflanzgefäßen kultiviert werden.

Arola
Arola ist eine gemischtblühende Schlangengurke, die sehr gut für den Gewächshausanbau im Hausgarten geeignet ist. Sie ist sehr robust und widerstandsfähig gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Daher kann sie bis in den Herbst beerntet werden. Besonders hervorzuheben ist ihr ausgezeichneter Geschmack. Bei dieser Sorte werden die Seitentriebe nicht ausgegeizt, denn dort bildet sie ihre Früchte aus. Ausgelichtet wird durch Entfernen der abgetragenen Triebe.

Liefje
Die Einlegegurke Liefje ist robust und gesund und bildet bis zum Herbst unermüdlich viele aromatische Früchte, die sich auch als Snackgurke eignen.
Fragen und Antworten rund um den Gurkenanbau
- Wann sollte man Gurken vorziehen und wann nach draußen setzen?
Gurken brauchen viel Wärme zum Keimen (25–28 °C) und sollten daher am besten im Haus vorgezogen werden – für das Gewächshaus ab April, für das Freiland erst ab Mai, da sie zügig wachsen. Die vorgezogenen Pflänzchen werden dann nach den Eisheiligen ins Freiland gepflanzt. Alternativ können Freilandgurken ab Ende Mai direkt ins Beet gesät werden.
- Eignen sich Gurken zum Anbau auf dem Balkon/im Hochbeet/im Gewächshaus?
Gurken lassen sich auf dem Balkon in großen Kübeln (mindestens 15–30 l) und im Hochbeet anbauen. Sie sind auch eine klassische Gewächshauskultur, da die Pflanzen sind sehr kälteempfindlich sind. Insbesondere parthenokarpe Sorten, die keine Bestäubung durch Insekten benötigen, sind für das Gewächshaus gut geeignet. Beachten Sie unsere Angaben zur Anbaueignung bei der Sortenwahl.
- Können Gurken und Tomaten im gleichen Gewächshaus/Hochbeet angebaut werden?
Da Tomaten und Gurken unterschiedliche Ansprüche an die Luftfeuchtigkeit haben – Gurken bevorzugen eine hohe Luftfeuchtigkeit, während Tomaten eine trockene Umgebung benötigen – ist ein gemeinsamer Anbau im Gewächshaus nicht ideal.
- Ist das Ausgeizen bei einer Gurkenpflanze notwendig?
Im Freiland müssen Gurken in der Regel nicht ausgegeizt werden. Bei Gewächshausgurken kann das Ausgeizen jedoch den Ertrag steigern und Krankheiten vorbeugen. Eine Ausnahme ist die Sorte Arola, bei der die Seitentriebe nicht ausgegeizt werden sollten, da sie dort ihre Früchte bildet.
- Müssen Gurken pikiert werden?
Nein, Gurken sollten nicht pikiert werden, da sie empfindliche Wurzeln haben. Sie werden direkt in ausreichend große Töpfe gesät und dann mit dem gesamten Wurzelballen umgepflanzt.
- Wird eine Rankhilfe für Gurkenpflanzen benötigt?
Das hängt von der Gurkensorte ab. Schlangengurken, die im Gewächshaus wachsen, benötigen eine Rankhilfe. Im Freiland wachsen Gurken meist liegend, können aber ebenfalls an Rankgerüsten hochgeleitet werden. Eine Rankhilfe hilft, Platz zu sparen und die Pflanze gesund zu halten.
- Warum wird eine Gurkenpflanze gelb und was hilft dagegen?
Gurkenpflanzen können gelb werden, wenn sie unter Stress stehen. Ursachen können Kälte, Hitze, Trockenheit, Staunässe, Nährstoffmangel oder Überdüngung sein. Eine optimale Wasserversorgung, ausreichend Nährstoffe für den Starkzehrer und Schutz vor extremen Temperaturen helfen, dem entgegenzuwirken.
- Welche Gurken sind zum Einlegen gut geeignet?
Einlegegurken, auch Gewürzgurken genannt, sind speziell für das Einlegen gezüchtete Sorten. Eine empfehlenswerte Sorte ist Liefje, die robuste und gesunde Pflanze mit vielen aromatischen Früchten bis in den Herbst hinein bildet.





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