Kürbisse – Buntes für Verzehr und Zierde

19.04.2022Pflanzensteckbriefe

Kürbisse stammen ursprünglich vom amerikanischen Kontinent, kamen aber schon mit den ersten Seefahrern um Christoph Kolumbus nach Europa. Die Gattung Cucurbita enthält circa 30 Arten, die Früchte in allen Größen, Formen und Farben hervorbringen. Bei uns werden vorrangig drei Kürbisarten angebaut: Cucurbita pepo, auch Pepo-Kürbisse oder Gartenkürbisse genannt, zu deren typischen Vertretern Halloweenkürbisse, Zucchini, Patisson und Ölkürbisse gehören, Cucurbita maxima, auch Maxima-Kürbisse oder Riesenkürbisse, deren zahlreiche Sorten wie Hokkaido, Roter Zentner, Buttercup oder Bischofsmütze sich besonders gut lagern lassen, und die besonders wärmeliebenden Cucurbita moschata, Moschus- oder Muskatkürbisse, wie zum Beispiel Butternut oder Muscat de Provence. Angaben zur Kürbisart unserer Sorten finden Sie in unserem Onlineshop.

Während die meisten Kürbisse im Hausgarten zum Essen angebaut werden – sie können natürlich vorher trotzdem zur Dekoration verwendet werden –, gibt es auch reine Zierkürbisse (der Art Curcubita pepo), die nicht für den Verzehr geeignet sind. Sie enthalten Cucurbitacine, Bitterstoffe, die die Früchte unverträglich machen und Übelkeit, Erbrechen oder Durchfälle auslösen können. Zierkürbisse sind meist klein und hartschalig.

Kürbisse aussäen

  • Kürbisse können ab Ende April im Topf vorgezogen oder ab Mitte Mai, wenn keine Frostgefahr mehr besteht, direkt im Beet gesät werden.
  • Die Direktsaat hat den Vorteil, dass der Aufwand mit Anzucht und Abhärtung entfällt und sich die Pflänzchen gleich besser an die raueren Bedingungen im Garten anpassen können. Allerdings sollte man sie dann gut vor Schnecken schützen. Bei der Direktsaat werden im Abstand 1 m x 1 m je drei Samen in eine 2-3 cm tiefe Mulde gelegt und mit Erde bedeckt. Später kann man dann die zwei kräftigsten Pflanzen stehen lassen.
  • Eine Voranzucht lohnt sich besonders bei Sorten mit langer Reifezeit, da sie den Pflanzen einen kleinen Vorsprung verschafft. Kürbisse dürfen allerdings nicht zu früh gesät werden, max. 3-4 Wochen vor der Pflanzung.
  • Da Kürbisse nicht pikiert werden, um die empfindlichen Wurzelballen nicht zu verletzen, wird zur Voranzucht ein Same in einen größeren Topf (Ø ca. 8-10 cm) gesät und leicht mit Erde bedeckt. Um Staunässe zu vermeiden, kann die Erde zu einem Drittel mit Sand gemischt werden. Anschließend gleichmäßig feucht, aber nicht zu nass halten.  
  • Die Keimtemperatur zur Anzuchtsollte über 20 °C mit geringen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht liegen. Ideal sind durchgehende Temperaturen über 22 °C, um ein schnelles Auflaufen der Samen (innerhalb von 7 Tagen) zu ermöglichen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Samen verschimmeln.  
  • Nach dem Keimen sollten die Pflänzchen kühler (16-20 °C), aber weiterhin sehr hell gestellt werden.

Kürbis pflanzen

  • Gepflanzt wird ab Mitte Mai nach den letzten Frösten. Zum Zeitpunkt der Pflanzung sollte die Kürbispflanze nicht mehr als 2 bis 3 Laubblätter (neben den Keimblättern) haben, weil sie sonst nicht gut an- und weiterwachsen.
  • Vor der Pflanzung sollten die Jungpflanzen zur Abhärtung an warmen Tagen an einem geschützten Ort ins Freie gestellt und nachts wieder in die Wohnung geholt werden.
  • Kürbisse wachsen besonders gut an einem sonnigen, warmen und windgeschützten Standort in leicht erwärmbarem und gut wasserspeicherndem Boden mit hohem Humusanteil. Alle Kürbisgewächse sind Starkzehrer. Zur Vorbereitung sollten am Pflanzort daher ausreichend Kompost, verrotteter Stallmist oder Schafwollpellets eingearbeitet werden. Kürbisse werden häufig am Fuß von Komposthaufen gepflanzt. Aus dem Sickerwasser erhalten sie so besonders viele Nährstoffe.
  • Je mehr Platz eine Kürbispflanze hat, umso besser kann sie sich entwickeln. Es sollten daher pro Pflanze 1-2 m² zur Verfügung stehen. Ein zu enger Pflanzenabstand ist der Entwicklung nicht förderlich und macht die Pflanzen anfälliger für Pilzerkrankungen.

Tipp

Kürbisse können auch im Kübel auf Balkon oder Terrasse angebaut werden. Dafür sollten eher schwach rankende Sorten mit kleineren Früchten gewählt werden, z. B. Sweet Dumpling oder Rondini. Die Pflanzgefäße müssen mindestens 25 l fassen, optimal wären 60 l Erdvolumen. Ganz wichtig ist, den Pflanzen durch regelmäßiges Düngen ausreichende Nährstoffe zur Verfügung zu stellen und sie täglich zu gießen. Auch im Topf ist eine Mulchschicht zuträglich.

Fruchtfolge und Mischkultur für Kürbisse

  • Um Mangelerscheinungen und im Boden überdauernden Krankheiten vorzubeugen, sollte der Pflanzort jährlich gewechselt und eine Anbaupause von 4 Jahren eingehalten werden.  
  • Kürbisse sind Starkzehrer. Sie profitieren daher von einer Gründüngung mit hohem Hülsenfrüchteanteil im Vorjahr. Gleichzeitig sind Kürbisse auch gute Vorfrüchte, da die verbleibende, verrottende Grünmasse viele Nährstoffe in den Boden bringen kann.  
  • Eine traditionelle Mischkultur für Kürbis ist die gemeinsame Pflanzung mit Mais und Bohnen, die sogenannte Milpa.

Kulturführung des Kürbis

  • Nach dem Pflanzen sollten die Kürbisse ausreichend gegossen werden, bis sie gut im Boden verwurzelt sind. In wasserspeichernden Böden kommen sie dann auch mit eher geringem Niederschlag zurecht, da Kürbispflanzen ein ausgeprägtes Wurzelsystem entwickeln. Auf sandigem Boden muss vor allem bei ausbleibendem Regen gegossen werden, sonst bilden sich nur kleine Früchte. Zu viel Wasser und vor allem Staunässe fördert Wurzelfäulnis. Wenn die Früchte die Erntegröße erreicht haben, kann das Gießen gestoppt werden, um die Lagerfähigkeit zu erhöhen.  
  • Mulchen mit getrocknetem Grasschnitt oder Stroh, vor allem solange die Kürbispflanzen noch klein sind und sie die Erde noch nicht selbst beschatten, hilft, die Erde gleichmäßig feucht zu halten und der Wärmebedürftigkeit von Kürbissen gerecht zu werden. Alternativ kann dazu die Erde leicht gehäufelt oder schwarze Mulchfolie verwendet werden, um die Pflänzchen warm zu halten.  
  • Bereits Temperaturen von unter 8 °C können die Pflanzen schädigen. Daher die Kürbispflanzen in kühlen Mainächten mit einem Vlies schützen.
  • Kürbisse haben einen hohen Bedarf an Kalium, Phosphor und anderen Mineralstoffen. Stickstoff brauchen sie hingegen nicht so viel wie andere Starkzehrer. Neben einer guten Beetvorbereitung (siehe oben) freuen sie sich ab Beginn des Fruchtansatzes über stärkende Pflanzenjauchen, zum Beispiel aus Brennnessel oder Beinwell.  
  • Schon bald nach dem Pflanzen setzen Kürbisse die ersten Blüten an: zunächst männliche mit dünnem Blütenstil und dann weibliche, aus denen später die Kürbisfrüchte wachsen. Kleinfrüchtige Sorten produzieren viele Früchte, großfrüchtige 1-3 Kürbisse pro Pflanze. 

Häufige Probleme und Lösungsansätze beim Kürbis-Anbau

  • Junge Kürbispflanzen und -früchte werden gerne von Schnecken angefressen. Es lohnt sich daher, Kürbisse vorzuziehen und anschließend in einen Schutzring zu pflanzen.
  • Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Pflanzen erst einmal nur männliche Blüten bilden. Erst wenn die Temperaturen passen und die Pflanze stark genug ist, setzen sie auch weibliche Blüten an. Allerdings sind Kürbispflanzen relativ stressanfällig und bilden dann mehr männliche als weibliche Blüten. Trockenheit oder Staunässe, Nährstoffmangel oder Überdüngung, alles was nicht im Normbereich liegt, stresst die Pflanze und sorgt so für eine geringe Ernte. Daher ist es wichtig, bei allen Dingen ein gesundes Mittelmaß zu finden.
  • In trockenen Sommern kann Echter Mehltau zum Problem werden und einen massiven Ertragseinbruch verursachen. Wenn es im Herbst kühler wird und die Luftfeuchtigkeit steigt, besteht Anfälligkeit für den Falschen Mehltau. Da die Kürbisse dann meist schon ausgereift sind, wirkt dieser allerdings meist nicht ertragsmindernd. Zur Vorbeugung können Schachtelhalmjauchen verwendet werden. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanzen nach dem Gießen schnell abtrocknen können.  

Kürbisse ernten und lagern

  • Der Zeitpunkt der Reife hängt von der Sorte ab und ob die Früchte gleich gegessen oder zunächst gelagert werden sollen. Sommerkürbisse werden jung geerntet und sind maximal 1-2 Wochen gekühlt lagerfähig. Die Vollreife zur Lagerung erkennt man daran, dass sich die Schale der Früchte nicht mehr mit Fingernagel einritzten lässt und der Stängel hart und trocken ist.
  • Weitere Hinweise zur Kürbisernte und -lagerung finden Sie hier.

Tipp

Kürbisssaatgut lässt sich ganz unkompliziert selbst gewinnen. Es sollte allerdings bedacht werden, dass sich Kürbissorten innerhalb einer Art (siehe Einleitung) verkreuzen können, da die Bestäubung von Insekten übernommen wird. Möchte man sortenreines Kürbissaatgut gewinnen, muss daher ein ausreichender Sicherheitsabstand (mind. 250 m) zwischen Kürbissorten der gleichen Art eingehalten werden – auch zu den Pflanzen in Nachbarsgarten. Dies ist besonders relevant für Pepo-Kürbisse, zu denen auch Zucchini zählen, wenn zusätzlich Zierkürbisse angebaut werden. Dann besteht die Gefahr einer Einkreuzung der unverträglichen, bitteren Cucurbitacine. Für die Früchte aus dem Anbau im ersten Jahr mit unserem Ausgangssaatgut spielt dies keine Rolle. 

Sortenempfehlung Kürbis für den Hobbygarten

Red Kuri

Für den Anbau im Hobbygarten empfehlen wir den Hokkaido-Kürbis Red Kuri (Maxima-Kürbis) mit oranger Schale und gelbem Fleisch. Er schmeckt fein nussig, ist ertragreich und lässt sich gut lagern.

Zur Sorte Red Kuri

Butternut Waltham

Auch der Moschuskürbis Butternut Waltham lässt sich sehr gut lagern und wunderbar verarbeiten, da er viel Fruchtfleisch und nur eine kleine Samenhöhle am Ende der Frucht aufweist. Er reift eher spät.

Zur Sorte Butternut Waltham

Jack o'Lantern

Der Gartenkürbis Jack o'Lantern ist ein typischer Halloween-Kürbis. Die altgoldfarbenen Früchte werden bis zu 3 kg schwer und lassen sich gut aushöhlen.

Zur Sorte Jack o'Lantern

Fragen und Antworten rund um den Kürbis-Anbau

  • Wann und wie sollten Kürbisse vorgezogen und ins Freie gepflanzt werden?

    Kürbisse können ab Ende April in Töpfen vorgezogen oder ab Mitte Mai, wenn keine Frostgefahr mehr besteht, direkt ins Beet gesät werden. Bei der Direktsaat werden pro Pflanzstelle drei Samen etwa 2–3 cm tief gelegt. Für die Voranzucht werden einzelne Samen in größere Töpfe (8–10 cm Durchmesser) gesät. Die optimale Keimtemperatur liegt bei über 20 °C, damit die Samen innerhalb von sieben Tagen keimen. Vor der Auspflanzung sollten die Jungpflanzen abgehärtet werden, indem sie tagsüber draußen stehen und nachts wieder hereingeholt werden.

  • Welchen Standort benötigt Kürbis für ein gutes Wachstum?

    Kürbisse gedeihen am besten an einem sonnigen, warmen und windgeschützten Platz. Der Boden sollte humusreich, gut wasserspeichernd und leicht erwärmbar sein. Da Kürbisse Starkzehrer sind, profitieren sie von einer guten Bodenaufbereitung mit Kompost, verrottetem Stallmist oder Schafwollpellets.

  • Kann Kürbis mit anderen Pflanzen wie Zucchini, Tomaten oder Gurken zusammen gepflanzt werden?

    Kürbisse sind Starkzehrer und brauchen viel Platz im Beet – das macht sie für die Mischkultur mit anderen Kürbisgewächsen wie Zucchini und Gurken sowie Nachtschattengewächsen wie Tomaten eher ungeeignet. Eine Ausnahme ist der Milpa-Anbau zusammen mit Mais und Bohnen.

  • Ist eine Rankhilfe für Kürbispflanzen nötig?

    Kürbisse benötigen in der Regel keine Rankhilfe, da sie meist kriechend am Boden wachsen. Es gibt jedoch einige schwach rankende Sorten, die sich besonders bei Platzmangel oder im Kübelanbau gut mit einer Kletterhilfe kombinieren lassen. So kann die Pflanze platzsparend und luftig wachsen.

  • Kann Kürbis im Kübel oder Hochbeet angebaut werden?

    Ja, Kürbisse lassen sich auch im Kübel oder Hochbeet anbauen. Es eignen sich besonders kompakte Sorten wie Sweet Dumpling. Die Pflanzgefäße sollten mindestens 25 Liter, idealerweise 60 Liter fassen. Regelmäßiges Gießen und Düngen ist essenziell. Eine Mulchschicht hilft, die Feuchtigkeit zu halten.

  • Was ist beim Gießen und Düngen von Kürbispflanzen zu beachten?

    Kürbisse sollten nach der Pflanzung regelmäßig gegossen werden, bis sie gut angewachsen sind. Anschließend kommen sie mit eher geringem Niederschlag zurecht, sofern der Boden Wasser speichert. Staunässe sollte vermieden werden, da sie Wurzelfäule begünstigt. Sobald die Früchte die Erntegröße erreicht haben, kann das Gießen reduziert werden, um die Lagerfähigkeit zu verbessern.
    Kürbisse benötigen viele Nährstoffe, vor allem Kalium und Phosphor. Neben einer guten Bodenaufbereitung profitieren sie während der Fruchtbildung von Brennnessel- oder Beinwelljauche.
     

  • Wann ist die Erntezeit für Kürbisse?

    Der Erntezeitpunkt hängt von der Sorte und dem Witterungsverlauf ab. Sommerkürbisse, wie Patisson blanc und Zaphito werden jung geerntet und sind nur wenige Wochen haltbar. Lagerkürbisse sind erntereif, wenn die Schale so fest ist, dass sie sich nicht mehr mit dem Fingernagel einritzen lässt, und wenn der Stängel hart und trocken ist.

  • Wie lange können Kürbisse gelagert werden?

    Je nach Sorte, Reifegrad und Lagerbedingungen können Kürbisse bis zu sieben Monate haltbar sein. Vor der Lagerung sollten sie vollständig ausgereift sein. Sommerkürbisse sind im Kühlschrank maximal 1–2 Wochen haltbar, während gut ausgereifte Lagerkürbisse mehrere Monate aufbewahrt werden können, sofern sie an einem kühlen, trockenen Ort gelagert werden. Um Druckstellen zu vermeiden, sollten die Früchte einlagig auf eine Unterlage aus Zeitung oder Pappe gelegt werden. Die ideale Lagertemperatur liegt zwischen 12 und 17 °C – eine kältere Lagerung kann die Kürbisse anfällig für Fäulnis machen. Eingelagerte Früchte sollten regelmäßig auf faulige Stellen kontrolliert werden.

  • Können Kürbispflanzen aus den Kernen gekaufter Früchte gezogen werden?

    Ja, Kürbissamen lassen sich leicht selbst gewinnen. Allerdings kann es bei selbst geernteten Samen zu Einkreuzungen innerhalb der Kürbisfamilien kommen, insbesondere bei Cucurbita pepo (z. B. Zucchini und Zierkürbisse). Dadurch könnten die Nachkommen unerwünschte Bitterstoffe (Cucurbitacine) enthalten. Für eine sortenreine Nachzucht sollte ein Mindestabstand von 250 m zu anderen Kürbissorten der gleichen Art eingehalten werden.