Pfingstrosen - Stauden fürs Leben

25.10.2022Pflanzensteckbriefe

Die Pfingstrose (Päonie) ist eine der beliebtesten Stauden. Einmal gepflanzt, treibt sie jedes Jahr wieder neu aus und begeistert im Frühsommer mit ihren großen opulenten Blüten in zarten oder kräftigen Farben, einige Sorten auch mit bezauberndem Duft. Zum richtigen Zeitpunkt geschnitten ist sie auch in der Vase für lange Zeit ein echter Hingucker.

Trotz ihres Namens gehören Pfingstrosen nicht zu den Rosen, sondern zu einer eigenen Pflanzenfamilie, den Paeoniaceae. Diese umfasst ca. 33 Arten mit unterschiedlichen Blütenformen und Farben, gefüllt bis ungefüllt von weiß bis dunkelpink. Benediktinermönche brachten im Mittelalter die ersten Exemplare als Heilpflanzen für ihre Klostergärten aus dem Mittelmeerraum über die Alpen. Verschiedene Wildformen der Pfingstrosen sind heutzutage in Südosteuropa, Südrussland, im Kaukasus und im südlichen Himalaya anzutreffen.  

Im Anbau sind Pfingstrosen unkompliziert und pflegeleicht. Wenn hochwertige Wurzeln am geeigneten Standort richtig gepflanzt werden, kann man sich ein Leben lang an ihnen erfreuen. Im ersten Jahr blühen sie eventuell etwas spärlicher, aber mit jedem Jahr werden die Blüten zahlreicher.

Standortansprüche

  • Pfingstrosen bevorzugen einen vollsonnigen Standort. Erhalten sie weniger Sonne, bilden sie möglicherweise weniger Blüten aus.  
  • Sie gedeihen am besten in einem guten, humosen Gartenboden, der tiefgründig, durchlässig, und nährstoffreich ist, aber auch unter weniger idealen Bedingungen können sie sich durchaus gut entwickeln. Allerdings vertragen sie keine Staunässe.  
  • Pfingstrosen sollten möglichst nicht umgepflanzt werden. Daher einen Platz wählen, wo sie jahrzehntelang ungestört bleiben und sich etwa einen Quadratmeter ausbreiten können.
  • Wo schon mal eine Pfingstrose gewachsen ist, sollte erst nach 10 Jahren wieder eine neue gepflanzt werden, damit der Boden sich regenerieren kann.

Pflanzung

  • Pfingstrosenwurzeln werden im Herbst gewöhnlich von September bis November gepflanzt, sie sind aber auch bis Weihnachten noch pflanzbar.
  • Zur Pflanzung ein doppelt so breites und tiefes Loch, wie die Wurzel groß ist, graben. Dadurch wird die Erde rundherum gelockert. Dann die Wurzel im Loch platzieren. Sie darf anschließend nur maximal 2-3 cm mit Erde bedeckt werden. Dies ist ganz wesentlich, denn sitzt sie zu tief, kommt die Staude nicht zur Blüte. Die Triebanlagen, auf der Wurzel deutlich erkennbar, sollten „die Sonne riechen können“.
  • Abschließend gut angießen.

Tipp

Manchmal blühen Pfingstrosen nicht gleich im ersten Jahr. Wenn die Pflanze auch im zweiten Jahr nicht blüht, wurde sie wahrscheinlich zu tief gepflanzt. Dann am besten noch einmal ausgraben und an einem neuen Standort etwas höher pflanzen.

Pflege

  • Pfingstrosen kommen gut mit Trockenheit im Sommer klar, da sie in ihren Wurzeln Wasser speichern können. Im ersten Jahr nach der Pflanzung ist allerdings in längeren Trockenperioden eine Bewässerung notwendig, vor allem, wenn der Boden wenig Wasser halten kann.
  • Das Düngen beschränkt sich vor allem auf die Zeit nach der Blüte. In dieser Zeit entwickeln die Pflanzen bereits den Flor für das nächste Jahr. Besonders auf nährstoffarmen Böden ist ein Düngen mit Komposterde zu empfehlen.
  • Pfingstrosen können mit einer dünnen Schicht aus Kompost gemulcht werden.
  • Einige Pfingstrosensorten, besonders dicht gefüllte, brauchen Halt, damit sie nicht auseinanderbrechen oder bei Regen und Wind abknicken. Dafür gibt es verschiedene einfache Stützsysteme aus Eisen, Holz oder Kunststoff, die sich ohne viel Mühe montieren lassen, solange die Pflanzen noch niedrig sind. Dann können sie in die Konstruktion hineinwachsen. Auch selbst gebaute Flechtwerke aus Bambusstäben, Ruten, Reisig oder Weiden erfüllen diesen Zweck.
  • Im Spätherbst wird das Laub der Pfingstrose knapp über den Boden abgeschnitten. Möglichst nicht früher, da sonst die Blütenbildung eingeschränkt wird, denn die Blütenknospen für das Folgejahr werden schon im Frühsommer neu angelegt.
  • Unsere Sorten sind alle absolut winterhart. Lediglich im ersten Winter nach der Pflanzung sollten die neugepflanzten Pfingstrosen mit Tannenzweigen oder Laub abgedeckt werden, um ein Hochfrieren der Wurzeln zu verhindern. Treten im Frühjahr nach einem milden Winter noch einmal strenge Fröste auf, empfiehlt es sich, bereits ausgetriebene Knospen mit Vlies zu schützen.
  • Pfingstrosen wachsen und blühen am schönsten, wenn sie ungestört am gleichen Standort bleiben dürfen. Falls eine Pflanze aber dennoch an eine andere Stelle umgepflanzt werden muss, ist dies durchaus möglich. Dazu die Wurzel Mitte bis Ende Oktober mit der Grabgabel vorsichtig aus dem Boden heben, die Erde abschütteln und in Teilstücke auseinanderbrechen, die höchstens 4-5 Blätter (Triebanlagen) haben sollten. Diese Stücke dürfen nicht wieder an die gleiche Stelle gesetzt werden – aber an einem anderen Ort gedeihen sie prächtig und blühen wieder zuverlässig.

Probleme und Lösungsansätze

  • Pfingstrosen sind wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Selten treten Pilzkrankheiten auf, wenn sie zu eng gepflanzt oder mit zu viel Stickstoff gedüngt wurden. Zur Prävention sollte nur zurückhaltend stickstoffreicher Dünger gegeben werden und auf einen ausreichenden Abstand zu Nachbarpflanzen geachtet werden, sodass um die Blätter Luft zirkulieren kann. Befallene Pflanzenteile zügig entfernen und im Hausmüll entsorgen.
  • Zur Stärkung der Pflanze können Gesteinsmehl oder Schachtelhalmextrakt verabreicht werden.  
  • Pfingstrosen werden gerne von Ameisen besucht. Sie verursachen aber keinen Schaden an der Pflanze. Sie erfreuen sich am Zuckersaft, der von den Knospen abgesondert wird.

Schneiden der Blüten

  • Pfingstrosen blühen je nach Sorte ab Anfang Mai bis Ende Juni.
  • Als Schnittblumen werden sie am besten früh morgens im sogenannten Marshmallowstadium geschnitten, wenn die Knospe kurz vor dem Aufblühen ist und bei leichtem Druck nachgibt. Sobald die Knospe ins Warme gebracht wird, blüht sie auf.
  • Beim Schneiden darauf achten, dass die unteren 2-3 Blätter an der Pflanze bleiben. Je mehr Blätter der Pflanze gelassen werden, desto mehr Blütenknospen können im folgenden Jahr gebildet werden.
  • Es empfiehlt sich, im ersten Jahr nach der Pflanzung nur wenige Blüten zu schneiden, um im nächsten Jahr eine reichere Blüte zu ermöglichen. 
  • Pfingstrosenblüten lassen sich gut trocknen. Dazu werden sie zwei Wochen kopfüber an einem warmen und trockenen Ort aufgehängt.

Unser Angebot

 

 

Alle unsere Pfingstrosen stammen vom Betrieb Saatzucht Rose in der Nähe von Erfurt. Dort werden sie unter Demeter-Bedingungen vermehrt und einige Jahre gepflegt, bis sie groß genug sind für den Verkauf. Die Wurzeln können im Sommer bei uns vorbestellt werden, der Versand erfolgt zusammen mit den Blumenzwiebeln im Herbst.  

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