Richtig Gießen im Hausgarten

22.06.2021Rund ums Gärtnern

Ums Gießen kommen wir in regenarmen Zeiten im Garten nicht herum, denn ohne Wasser kein Leben! Und Gemüse zählt zu den durstigsten Gewächsen überhaupt. Deshalb ist unerlässlich, regelmäßig und richtig zu gießen.

 

Trockenheit ist Mangel

Kaum ein Sommer kommt ohne eine Trockenphase aus, während der jegliche Feuchtigkeit aus dem Boden verdunstet. Wenn es dann doch einmal regnet, fließt ein Großteil des Wassers ab, ohne an die Wurzeln der Pflanzen zu kommen. Denn der Boden kann es gar nicht schnell genug aufnehmen.

Für Pflanzen bedeutet Trockenheit gleich doppelten Mangel. Damit die Hitze ihnen so wenig Feuchtigkeit wie möglich entziehen kann, schließen sie die Spaltöffnungen an den Blättern, damit darüber kein Wasser abgegeben wird. Diese Spaltöffnungen dienen gleichzeitig jedoch auch der Aufnahme von CO2, einem wichtigen Treibstoff für die Photosynthese. So führt der Wassermangel zu Wachstumsstockungen, kleine Früchte und holziges Gemüse sind die Folge.

Tipps zum Vorsorgen und Sparen

Die klassische und zugleich auch ökologisch sinnvollste Quelle für Gießwasser im Garten ist von Dächern aufgefangenes Regenwasser, gespeichert in der Regentonne

Ein besonderer Vorteil vom Regenwasser: In der Regentonne ist es immer richtig temperiert. Wer mit Leitungswasser gießen muss, sollte die gefüllten Gießkannen erst einige Stunden stehen lassen, damit sich das Wasser aufwärmt. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Regenwasser frei von Zusätzen ist und eine Wasserhärte von nahezu Null hat. Das weiche Regenwasser ist ideal für Pflanzen im Garten geeignet.

Tipp

Für die Balkongärter_innen: Beim Waschen von Gemüse und Obst das Wasser in einer Schale auffangen und damit gießen.

Sind die Beete gemulcht, kommt man in der Regel sogar gut damit aus, nur einmal wöchentlich zu gießen. Außerdem gilt die Gärtnerregel: „Einmal gehackt ist zweimal gegossen“. Durch das flache Hacken der Beete werden die feinen Kanäle in der Erde unterbrochen, durch welche die Bodenfeuchte aufsteigt und verdunstet. Diese bleibt nun in den tieferen Schichten, bei den Wurzeln.

Die Praxis

Wie für das Düngen gilt auch für das Gießen: Es wird der Boden bewässert und nicht die Pflanze. Das bedeutet, dass Wasser möglichst direkt auf den Boden hin zu den Pflanzenwurzeln gebracht werden muss. Landet es hauptsächlich auf den Blättern, ist es vergeudet und erhöht zudem auch noch den Krankheitsdruck durch Pilzkrankheiten. Besser sind also Bewässerungsschläuche auf dem Boden statt einer Beregnung von oben.

In der Regel wird im Hausgarten zu viel gegossen. Zweimal pro Woche reicht meist völlig. Dann sollte aber ausgiebig und möglichst morgens bewässert werden. Durch seltenes aber durchdringendes Gießen werden die Pflanzen angeregt, ein stärkeres Wurzelsystem auszubilden und können so die Wasservorräte im Boden besser nutzen. Die Pflanzen überstehen so kommende Trockenperioden besser.

Tipp

Bei Gemüse, das in Pflanzgefäßen auf Terrasse oder Balkon angebaut wird, kann es an heißen Sommertagen notwendig sein, 1 - 2-mal täglich zu gießen. Wir empfehlen die Erde in den Töpfen stets mit Grasschnitt oder Stroh zu mulchen, um die Wasserverdunstung zu verringern.



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