Tipps zur erfolgreichen Jungpflanzenanzucht Teil 1 - Die Aussaat

12.03.2021Rund ums Gärtnern

Die Tage werden länger und die Vorfreude auf eine reiche Ernte aus dem eigenen Gemüsegarten wird immer größer. Damit diese nicht dem Zufall überlassen wird, geben wir Ihnen heute Tipps für die erfolgreiche Jungpflanzenanzucht.

 

Vorbereitung & Material

  • Zur Aussaat immer saubere Aussaatgefäße verwenden. Gebrauchte Gefäße können oft wiederverwendet werden, wenn Sie diese einfach einmal kräftig mit heißem Essigwasser schrubben, um Pilzinfektionen zu vermeiden.
  • Neben speziellen Gefäßen zur Aussaat eignen sich auch wiederverwertete Dinge des alltäglichen Bedarfes wie z. B. halbierte Tetrapacks oder Eierschachteln hervorragend zur Aussaat.
  • Die Aussaat sollte immer in nährstoffarmer Aussaaterde erfolgen. Bei zu vielen Nährstoffen neigen die Pflanzen zum vergeilen, d. h. sie werden lang und dünn und knicken leicht um. Auch die Wurzelentwicklung leidet durch „verbrennen“ oder Fäulnis. Außerdem sollte die Anzuchterde keimfrei sein.
  • Bei einer Aussaat in Topfplatten statt in Aussaatschalen muss später nicht pikiert werden. Säen Sie pro Töpfchen 2-3 Samen und lassen Sie nach dem Aufgehen nur den kräftigsten Keimling weiterwachsen.
  • Kennzeichnen der Aussaaten nicht vergessen – zum Beispiel einfach Eisstäbchen aus Holz mit den Sortennamen beschriften.

Grundlagen

  • Gemüsearten lassen sich in zwei Gruppen einteilen.
    • Dunkelkeimer: Diese Samen können nur in Dunkelheit keimen, da ihre Keimung durch Licht gehemmt wird. Eine Regel, an die man sich bei der Aussaat halten kann, ist, den Samen zweimal so tief in die Anzuchterde zu bringen, wie er selbst dick ist. Genaue Angaben zur Saattiefe befinden sich auf unseren Saatguttüten und bei den jeweiligen Sorten im Onlineshop.
    • Lichtkeimer: Diese Arten brauchen für die Keimung Licht. Daher werden diese nicht mit einer Erdschicht bedeckt, sondern nur ganz leicht mit Erde oder Sand übersiebt. Ausgesprochene Lichtkeimer sind beispielsweise Salate und Basilikum. Die Informationen, ob es sich um Lichtkeimer handelt, befinden sich auf unseren bebilderten Saatguttüten oder in unserem Onlineshop bei der jeweiligen Sorte.
  • Nicht zu früh aussäen. Bei den meisten Kulturen reicht eine Aussaat von ca. sechs Wochen vor der geplanten Pflanzung ins Freiland. Ausnahmen sind Paprika, Peperoni und Auberginen; diese brauchen wesentlich länger für die Jungpflanzenentwicklung.
  • Je nach Art sind unterschiedliche Keimtemperaturen notwendig. Die Spanne reicht dabei von 5 °C für die Dicke Bohne bis hin zu Gurkensamen, die verlässlich erst ab Temperaturen um 23 °C keimen. Bei der optimalen Keimtemperatur keimen die Samen am schnellsten und viele Krankheiten (oft von Pilzen verursacht) haben keine Chance.

Unterhalb der Mindestkeimtemperatur keimen Samen nur zögerlich oder gar nicht. Die erforderliche Temperatur sollten Sie daher auch über Nacht halten und zur Isolation z.B. ein Holzbrett oder Pappe auf kalte Marmorfensterbänke legen.

 

 

Vorgehen

  • Die Erde während der Keimung konstant feucht, aber nie zu nass zu halten. Die Keimlinge dürfen nicht austrocknen, aber auch nicht im Wasser schwimmen.
  • Bewährt hat sich der Einsatz von Sprühflaschen zur Bewässerung. Denn besonders bei sehr leichten Samen kann es vorkommen, dass diese beim Gießen mit einer Gießkanne nach unten in die Erde gespült werden. Um die Feuchtigkeit zu halten, hilft eine Abdeckung aus einer gelöcherten Folie.

Tipp

Lieber etwas mehr Samen aussäen als am Ende tatsächlich gebraucht werden. Nicht immer keimen alle Samen, und selbst nach der Pflanzung können Tiere wie Schnecken oder Wind und Wetter den Pflanzenbestand im Beet dezimieren.

 

  • Nachdem die Samen gekeimt sind, sollen die kleinen Pflänzchen eher kühler weiterkultiviert werden.
  • Nach der Keimung stets so viel Licht wie möglich anbieten. Wenn kein vollsonniger Platz am Fenster oder im Gewächshaus zur Verfügung steht, besser erst im März aussäen, wenn die Tage wieder länger werden oder mit einer Zusatzbeleuchtung behelfen. Diese findet man im Gartenfachhandel oder auch gebraucht im Internet.
  • Jungpflanzen sollten vor dem Auspflanzen unbedingt zum Abhärten an mehreren Tagen morgens an einen wind- und sonnengeschützten Platz ins Freie gestellt werden. Abends wieder reinholen oder über Nacht mit einem Vlies abdecken.


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2 Kommentar

18.08.2021 | Lydia Eickhoff - Bingenheimer Saatgut AG
- - Auberginen , die keine Früchte ausbilden - -

Hallo Frau Weber,

Auberginen haben eine recht langsame Jungendentwicklung. Aus diesem Grund müssen sie rechtzeitig ausgesät und bis spätestens Ende Mai gepflanzt sein. Außerdem war es Ihnen in diesem Sommer an vielen Orten viel zu kalt. Auberginen sind noch wärmebedürftiger als Paprika. Für einen sicheren Ertrag empfiehlt sich daher der Anbau im Gewächshaus oder in einem Folientunnel. Wir hoffen diese Infos helfen Ihnen weiter.

 

Viele Grüße aus Bingenheim

Lydia Eickhoff

16.08.2021 | Weber, Petra
- Auberginen , die keine Früchte ausbilden -

Liebe Bingenheimer,

wir haben Auberginen erfolgreich angezogen, ausgepflanzt Mitte Juni.

Alle Pflanzen wachsen in die Höhe, haben ab und zu Blüten, aber an 20 Pflanzen wurde bisher keine einzige Frucht ausgebildet.

Was kann der Fehler sein?

LG, Petra Weber