Aubergine – wärmeliebend und altbekannt

22.02.2022Pflanzensteckbriefe

In Indien und China ist die Aubergine, auch „Eierfrucht“ genannt, seit Jahrtausenden bekannt. Die ersten Auberginen, die in Europa kultiviert wurden, waren weiß oder gelb. Heute dominieren bei uns lilafarbene Sorten, wie wir sie aus dem Supermarkt kennen.
Da Auberginen aus tropischen Regionen kommen, sind sie sehr wetterempfindlich und wärmebedürftig. Deshalb empfiehlt sich der Anbau im Gewächshaus oder Folientunnel. Für den Anbau im Freiland braucht es geschützte, warme, sonnige Ecken, zum Beispiel vor einer Südwand auf Balkon oder Terrasse.

Aussaat

  • Auberginen werden ab März in der Wohnung zur Voranzucht ausgesät, damit die Jungpflanzen zum Auspflanztermin Mitte/Ende Mai kräftig genug sind.
  • Die Saattiefe beträgt 0,5-1 cm.
  • Auberginen benötigen zur Keimung eine warme Umgebung. Die optimale Anzuchttemperatur sollte durchgehend über 25 °C liegen. Dafür können die Anzuchtschalen/-töpfe zum Beispiel über die Heizung oder ein warmes Heizungsrohr gestellt werden. Empfehlenswert ist auch ein Zimmergewächshaus. Alternativ können die Aussaattöpfchen mit perforierter, transparenter Folie abgedeckt werden. Bei zu niedrigen Temperaturen (unter 20 °C) keimt das Saatgut schlecht oder gar nicht, es entwickeln sich schnell Pilze im Substrat und die Samen verschimmeln. Besonders dann, wenn die Anzucht zudem noch zu nass gehalten wird.
  • Bei optimalen Temperaturen gehen die Samen innerhalb von zwei Wochen auf.
  • 2-3 Wochen nach der Keimung, wenn sich die Laubblätter zeigen, werden die Pflänzchen in größere Töpfe mit einem Durchmesser von 10 cm pikiert. Dann können die Pflänzchen etwas kühler (18-21 °C) stehen. Wichtig ist aber ein möglichst heller Standort.   

Pflanzung

  • Mit dem Auspflanzen ins Freiland sollte bis nach den Eisheiligen (Mitte/Ende Mai) gewartet werden, das heißt, bis es keinen Frost mehr gibt und die Temperaturen zuverlässig warm bleiben. Ins Gewächshaus können die Pflanzen schon früher gepflanzt werden.
  • Auberginen bevorzugen nahrhafte, humose Erde. Zur Vorbereitung vor der Pflanzung empfiehlt es sich, reifen Kompost in den Boden einzuarbeiten.
  • Für die Auberginenpflanzen muss ausreichend Platz eingeplant werden. Die Pflanzabstände betragen im Gewächshaus in Doppelreihen 75 x 40-60 cm, im Freiland ca. 100 x 50 cm.
  • Vor dem Auspflanzen ins Freiland müssen die Jungpflanzen unbedingt abgehärtet, also an die Bedingungen im Freien gewöhnt werden. Dazu die Pflänzchen bei schönem Wetter eine Woche lang tagsüber draußen an einen geschützten Ort stellen und abends wieder reinholen.
  • Für den Anbau im Freiland den wärmsten und sonnigsten Platz im Garten auswählen. Die Pflanzen gedeihen am besten bei Tagestemperaturen von 25-30 °C. Kühler als 20 °C sollte es tagsüber besser nicht sein. Pflanzungen im Freiland anfangs und in kühlen Nächten unbedingt zum Schutz mit einem Vlies abdecken. Auch ein offenes Frühbeet kann als Windschutz und Wärmespeicher genutzt werden.  
  • Alternativ können Auberginen sehr gut in warmen, geschützten Ecken auf Terrasse und Balkon oder vor einer Südwand in großen Töpfen und Kübeln (15 l Fassungsvermögen oder mehr) kultiviert werden. Auch der Anbau im Hochbeet bietet sich an, weil sich dort die Erde schneller erwärmt.

Fruchtfolge und Mischkultur

  • Auberginen sollten nur alle vier Jahre im gleichen Beet angebaut werden. Andere Nachtschattengewächse wie Tomaten oder Paprika sind schlechte Vorfrüchte. Sie gedeihen besonders gut nach Erbsen und Bohnen.
  • In Mischkultur vertragen sich Auberginen mit vielen Gemüsearten.

Kulturführung

  • Auberginen sollten nicht von oben beregnet, sondern nur unten im Wurzelbereich gegossen werden. Großfruchtige Auberginensorten brauchen viel Wasser (3-5 l täglich). Eine Mulchschicht rings um die Pflanzen hält den Boden länger feucht und verhindert zugleich das Beikrautwachstum. Eine hohe Luftfeuchtigkeit wie im Gewächshaus oder Folientunnel fördert den Fruchtansatz.
  • Auch der Nährstoffbedarf ist sortenabhängig. Kleinfruchtige Auberginensorten sind eher genügsam, großfruchtige Auberginen brauchen sehr viele Nährstoffe.
  • Sie sollten alle 2-3 Wochen mit z. B. einer verdünnten Pflanzenjauche gedüngt werden. Generell sollte im Laufe des Sommers zweimal mit Kompost nachgedüngt werden.
  • Viele Auberginensorten müssen mit Stöcken gestützt oder an Schnüren aufgeleitet werden. Dies gilt vor allem für Sorten mit großen Früchten und für den Anbau im Gewächshaus, da dort mehr Früchte angesetzt werden. Kleinere Sorten kommen im Freiland ohne Rankhilfe aus.
  • Im Freiland wird bei großfruchtigen Sorten der Fruchtansatz auf zwei Früchte pro Ast reduziert. Die Hauptriebe werden außerdem eingekürzt und die Nebentriebe ausgegeizt, da die Pflanze sonst kaum große aber dafür sehr viele kleine Auberginen produziert. Damit alle Früchte gut ausreifen können, beschränkt man sich generell auf fünf oder sechs Auberginen pro Pflanze. Kleinfruchtige Sorten kann man buschig wachsen lassen, sie brauchen nicht ausgegeizt zu werden. Damit an der Pflanze möglich viele Früchte ausreifen lohnt es sich, die ersten Fruchtansätze zu entfernen, um zunächst das Pflanzenwachstum zu fördern.  
  • Im Gewächshaus werden pro Pflanze zwei bis drei Haupttriebe gezogen, die auf zwei bis drei Früchte pro Trieb eingekürzt werden. Die Nebentriebe werden ausgegeizt. Außerdem ist es sinnvoll, die Pflanzen während der Blüte hin und wieder zu schütteln, damit sich die Pflanzen besser bestäuben können. Im Freiland übernimmt die Bestäubung der Wind. 

Häufige Probleme und Lösungsansätze

  • Auberginen sind vor allem in trockenen Sommerphasen anfällig für Schädlinge, wie zum Beispiel Blattläuse und Spinnenmilben. Von daher ist es wichtig, auf eine sehr gute Wasserversorgung zu achten. Vorbeugend können außerdem pflanzenstärkende Mittel wie verdünnte Schachtelhalm- oder Brennnesselbrühe gegossen werden.  
  • Im Freiland knabbert gerne der schwarz-gelb gestreifte Kartoffelkäfer an den Blättern der Auberginen, da diese wie Kartoffeln ebenfalls Nachtschattengewächse sind. Die effektivste Gegenstrategie ist, die gelben Eigelege, die roten Larven und die Käfer abzusammeln und zu vernichten.
  • Im Gewächshaus kann die weiße Fliege, eine Mottenschildlaus, zum Problem werden. Diese kann mit Schlupfwespen als Nützlingen oder Gelbtafeln/Gelbstickern bekämpft werden.

Ernte

  • Auberginen können ab Juli bis in den September hinein geerntet werden. Erntereife Früchte erkennt man am typischen Glanz auf der Schale. Außerdem lässt sich die Frucht leicht eindrücken. Das Innere der Aubergine muss hell, fast weiß sein. Ist es grünlich, wurde die Frucht zu früh geerntet. Der giftige Solanin-Anteil ist dann zu hoch und die Aubergine sollte nicht verzehrt werden. Ist das Fleisch bereits bräunlich verfärbt, ist die Aubergine überreif und schmeckt bitter. Um die Pflanze beim Ernten nicht zu verletzen, sollten die Früchte mit der Schere abgeschnitten werden.  
  • Sind im Herbst noch nicht alle Früchte reif, können die Auberginen an einem warmen Ort zum Nachreifen aufbewahrt werden.

Tipp

Am längsten frisch (bis zu zwei Wochen) bleiben die Früchte bei Temperaturen zwischen 10 und 13 Grad Celsius, etwa in einem kühlen Keller oder einer Speisekammer. Als wärmeliebendes Fruchtgemüse gehören sie nicht in den Kühlschrank, dort halten sie selten länger als zwei Tage, dann wird die Frucht gummiartig. Wer seine Auberginen konservieren möchte, friert sie am besten ein oder verarbeitet sie zu leckeren Antipasti.

Sortenempfehlungen

Lea. Biologisch-dynamische Neuzüchtung. Diese kleinfruchtige Aubergine ist aromatisch im Geschmack und eignet sich aufgrund ihrer Robustheit besonders für den Freilandanbau. Sie braucht keine Rankhilfe.

De Barbentane. Sehr wüchsige, gesunde und großfruchtige Freiland-Sorte aus Südfrankreich. Eine Aufleitung (Rankhilfe mit Schnüren) der aufrechtwachsenden Pflanzen ist erforderlich.



Einen Kommentar schreiben

Einen Kommentar schreiben

0 Kommentare