Gartenbohne

29.06.2021Pflanzensteckbriefe

Bohnen gehören botanisch zur drittgrößten Pflanzenfamilie der Erde, den Hülsenfrüchtlern, die auch Leguminosen genannt werden. Zur Art Phaseolus vulgaris gehören sowohl Busch- wie auch Stangenbohnen. Das eiweißreiche Gemüse kommt ursprünglich aus subtropischen bis tropischen Regionen. In Mittel- und Südamerika gehörten Bohnen schon vor 8000 Jahren zur Grundversorgung der Menschen. Wohl kaum eine Gemüsepflanze, die in unseren heimischen Gärten gedeiht, gibt es in einer solchen Artenvielfalt wie die Bohne. Buschbohnen sind schneller erntereif, aber weniger ausdauernd als Stangenbohnen. In der Regel wachsen nach dreimaligem Durchpflücken keine Hülsen mehr nach. Will man über die ganze Saison Buschbohnen ernten, können sie in mehreren Sätzen angebaut werden, also etwa alle vier Wochen bis in den Juli hinein. Stangenbohnen hingegen bilden unter optimalen Bedingungen und bei regelmäßiger Ernte fortlaufend bis zum Herbst Hülsen aus.

 

Aussaat

  • Bohnen lieben sonnige, windgeschützte Standorte und stellen an den Boden keine besonderen Ansprüche. Am günstigsten sind mittelschwere, warme, humose, tiefbearbeitete Böden von neutralem PH-Wert.
  • Ein Vorquellen der Samen ist nicht notwendig. Bei feuchtkaltem Wetter könnten die Samen zudem in der Erde faulen. Manche Stangenbohnensorten neigen in manchen Anbaujahren allerdings zur sogenannten Hartschaligkeit. In diesem Fall ist die Schale der Bohne so hart, dass der Keimling sie nicht durchbrechen kann. Man kann sie überlisten, in dem man die Kerne vor dem Stecken mit zum Beispiel mit Schmirgelpapier auf einer Seite etwas anraut. Dann keimen sie zuverlässiger.
  • Buschbohnen werden ab Mitte Mai, idealer Weise nach den Eisheiligen, direkt in den erwärmten Boden gesät. Frühe Aussaaten am besten mit einem Vlies abdecken. Buschbohnenaussaaten sind bis Mitte Juli möglich.
  • Stangenbohnen werden ebenfalls ab Mitte Mai gesät. Die letzten Aussaaten sollten hier jedoch bis Ende Juni erfolgt sein, da ihre Kulturdauer etwas länger ist. Stangenbohnen können auch in Töpfen vorgezogen werden, dann keimen sie zuverlässiger und es verhindert zudem auch den Befall mit der Wurzelfliege und ermöglicht eine frühere Ernte.
  • Bohnen immer flach säen! Die Saattiefe beträgt in schweren Böden ca. 1,5 cm in sandigen Böden höchstens 3 cm. Je schneller die Keimlinge die Erdoberfläche durchbrechen, desto geringer sind Ausfälle durch die gefürchtete Bohnen- oder Wurzelfliege und deren Larven.
  • Bohnensamen keimen bereits ab 8 °C Bodentemperatur (Keimdauer bis zu 30 Tagen). Die Keimung verläuft jedoch bei höheren Temperaturen (ab 12 °C) wesentlich schneller und gleichmäßiger.
  • Die Pflanzabstände für Buschbohnen: Entweder in Reihe säen mit einem Abstand von 8-10 cm oder in Hosten legen, ca. 6 Bohnen in ein Pflanzloch, im Abstand von ca. 40 cm.
  • Bei der Aussaat von Stangenbohnen wird zuerst das Rankgerüst errichtet, die Stangen sollten dabei etwa 60 cm Abstand zueinander haben, anschließend werden rund um die Stangen 4-5 Bohnensamen ausgelegt. Es kommt übrigens nicht sehr darauf an, ob man 2, 4 oder mehr Bohnen um eine Stange legt. Die Erntemenge bleibt etwa die Gleiche, da sie abhängig vom Nährstoffangebot und Licht ist.

Fruchtfolge

  • Zwischen dem Anbau verschiedener Bohnenkulturen und anderen Leguminosen sollte eine Anbaupause von 3, besser 4 Jahren eingehalten werden.

Tipp

Einjähriges Bohnenkraut, zwischen den Buschbohnen Reihen ausgesät, wehrt Läuse ab und bringt das gewisse Etwas in Ihre Bohnengerichte.

Kulturführung

  • Bohnen sind eine wärmeliebende Kultur und fühlen sich ­­bei Temperaturen zwischen 18 und 25 °C am wohlsten. Fällt das Thermometer unter 12 °C, werfen die Pflanzen ihre Blüten ab. Bei Temperaturen über 28°C setzen sie keine oder nur kurze Hülsen an.
  • Als Leguminosen können Bohnen ihren Stickstoffbedarf in Symbiose mit Knöllchenbakterien selbst decken und brauchen von daher nicht gedüngt werden.
  • Wenn die Pflanzen etwa 20 cm hoch sind, werden sie gehäufelt um die Standfestigkeit zu verbessern.
  • Eine flache Bearbeitung des Bodens ist besonders in den ersten 4-6 Wochen wichtig, so werden Beikräuter in Schach gehalten und eventuell vorhandene Maden und Puppen der Wurzelfliege in ihrer Entwicklung gestört.
  • Auch Bohnenpflanzen profitieren von einer Mulchschicht.
  • Besonders während der Blüte und der Hülsenbildung haben Buschbohnen einen erhöhten Wasserbedarf. In trockenen Perioden sollte regelmäßig gegossen werden, damit sich ausreichend Blüten bilden.
  • Stangenbohnen brauchen in jedem Fall Kletterhilfen wie Stangen oder Gerüste, die vor der Aussaat oder Pflanzung errichtet werden sollten. Ein Aufleiten durch anbinden oder ähnliche Maßnahmen ist jedoch nicht nötig, die Pflanzen winden sich selbstständig gegen den Uhrzeigesinn um die Stangen.
  • Die langen Triebe können in 2 m Höhe gekappt werden. Dadurch verzweigen sich die Ranken besser, setzten mehr Hülsen an und können bequemer beerntet werden.
  • Busch- und Stangenbohnen lassen sich auch gut in Pflanzgefäßen auf Balkon oder Terrasse kultivieren. Hierbei ist eine kontinuierliche Bewässerung besonders wichtig, damit die Pflanzen Hülsen ansetzen.

Tipp

"Milpa" nennt sich ein Jahrtausend altes Anbausystem der Maya, bei dem Mais, Stangenbohnen und Kürbis gemeinsam gepflanzt werden. Lesen Sie mehr dazu in unserem Blogartikel. Mit unserem Maya-Mix können Sie dieses System einmal ausprobieren.

Häufige Probleme und Lösungsansätze

  • Wurzelfliegen können zu Beginn der Kultur große Schädenbis hin zum Totalausfall verursachen. Die Larven der Wurzelfliege fressen sich nach wenigen Tagen in die Keimlinge und bringen diese zum Absterben. In einem sehr frühen Befall stirbt der Keimling bereits ab, bevor er den Boden durchbricht und man bekommt den Eindruck, als sei das Saatgut nicht gekeimt. Zur Vorbeugung lohnt es sich, die Aussaaten leicht mit Algenkalk zu bestäuben und direkt vor der Aussaatkeinen organischen Dünger auszubringen. Außerdem haben sich Kulturschutznetze bewährt. Wer ganz sicher gehen will, zieht die Bohnenpflanzen in Töpfen vor.
  • Die Bohnenblattlaus ist der Hauptfeind aller Bohnensorten. Die Bohnenblattlaus überträgt Viren, die zu Verfärbungen und Wuchsstörungen führen können. Die Ausscheidungen der Blattläuse fördern die Schokoladenfleckenkrankheit und andere Pilzkrankheiten. Bei geringem Befall hilft das Ausbringen von Rhabarbertee, bei größerem Befall nur ein Entfernen der befallenen Blätter. 

Ernte

  • Buschbohnen liefern bereits nach sieben bis acht Wochen die ersten Hülsen für die Küche. Die ersten Stangenbohnen sind nach ca. 10 Wochen reif. Der richtige Zeitpunkt der Ernte richtet sich nach dem Verwendungszweck. Will man zarte Hülsen genießen, erntet man früh. Die Erntereife lässt sich gut dadurch erkennen, dass die Bohnen beim Durchbrechen eine glatte, saftig grüne Bruchstelle hinterlassen. Viele Sorten kann man aber auch ausreifen lassen und die Bohnenkerne getrocknet verwenden.
  • Stangenbohnen solltenr regelmäßig durchgeerntet werden, dann bilden sie fortlaufend bis in den Herbst hinein neue Blüten und Hülsen aus.
  • Bohnen sind extrem eiweißhaltig und können daher den Eiweißbedarf genauso gut decken wie Fleisch. Frische Bohnen lassen sich im Kühlschrank einige Tage lagern, können aber auch roh oder blanchiert eingefroren oder wie früher eingekocht werden.
  • Rohe Bohnen sind giftig! Daher Bohnen für den Verzehr immer ausreichend lange kochen.
  • Nach der Ernte die Ranken abhacken und die Wurzeln im Boden belassen. Diese setzen den gespeicherten Stickstoff nach und nach frei.

Sortenempfehlungen

  • Buschbohne Marona: keimt schnell und zuverlässig auch bei niedrigeren Temperaturen, daher auch für rauere Lagen geeignet. Traditionelle Buschbohnensorte mit kräftigem Bohnenaroma.
  • Buschbohne Brigit: Neue Kultursaatzüchtung. Zarte Filetbohne mit guter Standfestigkeit und sehr gutem Geschmack.
  • Stangenbohne Neckarkönigin: besonders robust und widerstandsfähig gegen ungünstige Witterung. Traditionelle ertragreiche Sorte für den Hausgarten mit kräftig aromatischem Geschmack.
  • Feuerbohne Preisgewinner: sehr reichtragende Feuerbohnensorte mit hübschen roten Blüten. Kann sowohl jung als Hülse als auch halbreif als Auskernbohne oder reif als Trockenbohne verzehrt werden. Beliebte, robuste Hausgartensorte.


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