Gartenbohne – Vielseitigkeit für Garten und Küche

29.06.2021Pflanzensteckbriefe

Sommer ist Bohnenzeit! Busch- und Stangenbohnen sind grundsätzlich einfach zu kultivieren und bedürfen kaum Pflege. Worauf man beim Anbau achten sollte erklären wir hier.

 

Aussaat

  • Buschbohnen werden ab Mitte Mai, idealer Weise nach den Eisheiligen, direkt in den erwärmten Boden gesät. Frühe Aussaaten am besten mit einem Fließ abdecken. Buschbohnenaussaaten sind bis Mitte Juli möglich.
  • Stangenbohnen werden ebenfalls ab Mitte Mai gesät, die letzten Aussaaten sollten hier jedoch bis Ende Juni erfolgt sein, da die Kulturdauer etwas länger ist. Stangenbohnen können in Töpfen vorgezogen werden, das verhindert den Befall mit Wurzelfliegen und ermöglicht eine frühere Ernte.
  • Bohnen nur flach säen! Die Saattiefe beträgt in lehmigen Böden 1,5 cm in sandigen Böden höchstes 3 cm. Je schneller die Keimlinge die Erdoberfläche durchbrechen, desto geringer sind Ausfälle durch die gefürchtete Bohnen- oder Wurzelfliege und deren Larven.
  • Bohnensamen keimen bereits ab 8 °C Bodentemperatur (Keimdauer bis zu 30 Tagen). Die Keimung verläuft jedoch bei höheren Temperaturen (ab 12 °C) wesentlich schneller und gleichmäßiger.
  • Die Pflanzabstände für Buschbohnen: Entweder in Reihe säen mit einem Abstand von 8-10 cm oder in Hosten legen, ca. 6 Bohnen in ein Pflanzloch, Abstand der Hoste voneinander ca. 40 cm
  • Bei der Aussaat von Stangenbohnen wird zuerst das Rankgerüst errichtet, die Stangen sollten dabei etwa 60 cm Abstand zueinander haben, anschließend werden rund um die Stangen  4-5 Bohnensamen ausgelegt.
  • Buschbohnen stellen an Boden und Klima keine besonderen Ansprüche. Am günstigsten sind mittelschwere, warme, humose, tiefbearbeitete Böden von neutralem PH-Wert.
  • Zwischen dem Anbau verschiedener Bohnenkulturen und anderen Leguminosen sollte eine Anbaupause von 3, besser 4 Jahren eingehalten werden.

Tipp

einjähriges Bohnenkraut, zwischen den Reihen ausgesät, wehrt Läuse ab und bringt das gewisse Etwas in Ihre Bohnengerichte.

Kulturführung

  • Bohnen sind eine wärmeliebende Kultur und fühlen sich ­­bei Temperaturen zwischen 18 und 25 °C am wohlsten. Fällt das Thermometer unter 12 °C, werfen die Pflanzen ihre Blüten ab. Bei Temperaturen über 28°C setzten sie keine, oder nur kurze Hülsen an.
  • Als Leguminosen können die Bohnen ihren Stickstoff-Bedarf in Symbiose mit Knöllchen-Bakterien selbst decken und brauchen von daher nicht gedüngt werden
  • Bohnen werden nach dem Auflaufen angehäufelt, wenn die Pflanzen etwa 20 cm hoch sind, um ihre Standfestigkeit zu erhöhen.
  • Eine flache Bearbeitung des Bodens ist besonders in den ersten 4- 6 Wochen wichtig, so werden Beikräuter in Schach gehalten und Maden und Puppen der Wurzelfliege werden in ihrer Entwicklung gestört.
  • Besonders während der Blüte und der Hülsenbildung haben Buschbohnen einen erhöhten Wasserbedarf. Wassermangel bekommt den Bohnenpflanzen in dieser Zeit gar nicht gut. In trockenen Perioden sollte regelmäßig gegossen werden, damit sich ausreichend Blüten bilden.
  • Stangenbohnen brauchen in jedem Fall eine Kletterhilfe wie Stangen oder Gerüste. Ein Aufleiten, durch anbinden oder ähnliche Maßnahmen  ist jedoch nicht nötig, die Bohnen suchen sich Ihren Weg von selbst nach oben.
  • Busch- und Stangenbohnen lassen sich auch gut im Topf auf Balkon oder Terrasse kultivieren. Hierbei ist eine kontinuierliche Bewässerung besonders wichtig, damit die Pflanzen Hülsen ansetzen.

Tipp

"Milpa" nennt sich ein Jahrtausend altes Anbausystem der Maya, bei dem Mais, Stangenbohnen und Kürbis gemeinsam gepflanzt werden. Zuckermais dient der Stangenbohne als Kletterhilfe. Die Bohnen sammeln mit Hilfe der Knöllchenbakterien an  den Wurzeln Stickstoff und geben dem Boden einen Teil der Nährstoffe zurück, die der Mais verbraucht. Der Kürbis bedeckt die Erde und hält sie feucht, was für das Bodenleben von Vorteil ist. Mit unserem Maya-Mix können Sie dieses System einmal selbst ausprobieren.

Häufige Probleme und Lösungsansätze

  • Wurzelfliegen können zu Beginn der Kultur große Schäden bis hin zum Totalausfall verursachen. Die Larven der Wurzelfliege fressen sich nach wenigen Tagen in die Keimlinge und bringen diese zum Absterben. In einem sehr frühen Befall stirbt der Keimling bereits ab bevor er den Boden durchbricht und man bekommt den Eindruck, als sei das Saatgut nicht gekeimt. Zur Vorbeugung lohnt es sich, die Aussaaten leichtmit Algenkalk zu bestäuben und direkt vor der Aussaat keinen organischen Dünger auszubringen. Außerdem haben sich Kulturschutznetze bewährt. Wer ganz sicher gehen will zieht die Bohnenpflanzen in Töpfen vor.
  • Die Bohnenblattlaus ist der Hauptfeind aller Bohnensorten. Die Bohnenblattlaus überträgt Viren, die zu Verfärbungen und Wuchsstörungen führen können. Die Ausscheidungen der Blattläuse fördern die Schokoladenfleckenkrankheit und andere Pilzkrankheiten. Bei geringem Befall hilft das Ausbringen von Rhabarbertee, bei größerem Befall nur ein Entfernen der befallenen Blätter. 

Ernte

  • Buschbohnen liefern bereits nach sieben bis acht Wochen die ersten Hülsen für die Küche. Stangenbohnen sind nach ca. 10 Wochen Erntereif. Gartenbohnen werden zumeist wegen ihrer Hülsen geerntet, die Hülsen dann ernten, wenn sie noch grün und zart sind, bevor die Samenreife einsetzt. Die Erntereife lässt sich gut dadurch erkennen, dass die Bohnen beim Durchbrechen eine glatte, saftig grüne Bruchstelle hinterlassen.
  • Grundsätzlich kann man jedoch Bohnen auch ausreifen lassen und trocknen.
  • Das Erntefenster reicht von Anfang Juli bei Buschbohnen und kann bei Stangenbohnen bis  Ende September/Anfang Oktober reichen. Häufiges Pflücken regt dabei die oberen Blütenansätze zum Blühen an und ermöglicht eine kontinuierliche Ernte.
  • Bohnen lassen sich im Kühlschrank einige Tage lagern und können auch blanchiert eingefroren werden.
  • Rohe Bohnen sind giftig! Daher Bohnen für den Verzehr immer ausreichend lange kochen.

Sortenempfehlungen

  • Saxa: für rauere Lagen geeignet, da unempfindlich im Keimen. Sehr frühe Reife, reich tragend.
  • Marona: robuste, früh reifende Sorte für die ersten Aussaaten.
  • Preisgewinner: sehr ertragreiche, rot blühende Feuerbohne. Kann sowohl als Hülse, als auch halbreif als Auskernbohne oder reif als Trockenbohne verzehrt werden. Für den Anbau im Freiland empfohlen.


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