Direktsaat - ohne Umwege direkt ins Beet

16.04.2021Rund ums Gärtnern

Nicht jede Gemüseart muss man vorziehen und pikieren bevor sie ins Beet kommt. Viele Kulturen können auch direkt gesät werden. Hier zeigen wir, worauf es dabei ankommt.

Die Samen direkt ins Beet zu säen ist nicht nur eine einfache Methode, um an selbstgezogenes Gemüse zu kommen, sie bietet manchen Kulturen auch Vorteile. Zum Beispiel Salat: Hier können die Wurzeln nach der Direktsaat bis zu 60 cm in die Tiefe reichen, beinahe doppelt so tief wie bei gepflanztem Salat. So sind die Pflanzen weniger davon abhängig, wie oft gegossen wird.

Auch mit größeren Temperaturunterschieden kommen direkt gesäte Kulturen besser zurecht, sind sie doch von Anfang an die raueren Bedingungen im Freiland gewöhnt.

Wenn Blumen, Kräuter oder Gemüse direkt gesät werden sollen, ist ein lockerer, feinkrümeliger und beikrautfreier Boden wichtig. Dafür muss die Fläche zuerst gut vorbereitet werden. Ca. 2 Wochen vor der geplanten Aussaat wird der Boden gelockert. Gut geeignet dafür sind Werkzeuge wie die Grabegabel oder der Sauzahn. Tiefwurzelnde Beikräuter wie Löwenzahn oder Distel können dabei direkt mitsamt der Wurzel entfernt werden. Die im Boden vorhandenen Samen werden durch die Bodenbearbeitung zur Keimung angeregt. Die gekeimten Beikräuter können dann unmittelbar vor dem Säen einfach entfernt werden.

Nun bieten sich den zu säenden Kulturen perfekte Bedingungen: Der gelockerte Boden erwärmt sich schneller, kann Wasser besser halten und die Wurzeln der keimenden Pflanzen werden mit Sauerstoff versorgt.

 

Folgende Kulturen eignen sich besonders gut für die Direktsaat

Asia-SalatErbsenPastinakenBusch- und Stangenbohne
Radies/RettichRote BeteSpinatSchwarzwurzeln
ZuckermaisBohnenkrautKerbelPetersilie

 

Folgende Kulturen können sowohl vorgezogen als auch direkt gesät werden

SalatFeldsalatKürbisGewürz- und Salatgurken
ZucchiniZwiebelnKohlrübenBlumen

 

Es gibt drei verschiedene Formen der Direktsaat: die Horstsaat, die Reihensaat oder die Breitsaat. Die Aussaat in Horsten ist bei rankenden Pflanzen üblich. Bei Erbsen und Bohnen werden zum Beispiel die Samen in kleinen Gruppen In die Erde gelegt

Bei der Reihensaat wird das Saatgut direkt in Reihen am endgültigen Standort ausgesät. Wenn das Saatgut in der Reihe zu dicht ausgesät wurde, muss nach der Keimung ausgedünnt werden, um den Pflanzen den notwendigen Platz zu gewähren. Hierfür werden die kräftigsten Pflänzchen stehen gelassen und der Rest aus der Reihe entfernt. Für den Einstieg gut geeignet sind unsere Saatbänder. Hier sind die Samen bereits im richtigen Abstand fixiert.

Bei der Breitsaat wird das Saatgut auf das gelockerte Saatbeet breitwürfig ausgebracht und mit dem Rechen leicht eingearbeitet. Diese Methode wird vor allen bei der Aussaat von Gründüngung angewendet.

Die Unkrautbearbeitung ist bei der Aussaat in Reihen oder Horsten leichter als bei einer Breitsaat. 

Nach dem Aussäen muss die Saat noch angegossen werden. Auch eine Aussaat kurz vor einem Regenguss ist möglich. Um ein Austrocknen der Erde zu verhindern und als Schutz gegen kalte Nächte und Schädlinge lohnt sich auch die Abdeckung mit einem Kulturfließ.

 

 

Tipp

Geduld zahlt sich bei der Direktsaat aus. Besser etwas später als zu früh säen. Selbst Arten wie Rettich, Möhren oder Spinat, die schon bei geringen Temperaturen zu keimen anfangen, tun dies deutlich schneller, wenn die Bodentemperatur bereits etwas höher ist.

 



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