Salat – Gemüsegartenkultur fürs ganze Jahr

11.01.2022Pflanzensteckbriefe

Er zählt zum Standardinventar in fast jedem Gemüsegarten und macht sich auch auf Balkon und Terrasse gut: der Salat. Anspruchslos gegenüber dem Boden erfreut er uns schon nach kurzer Kulturdauer mit seinem knackig frischen Geschmack.

 

Aussaat

  • Salat wird meist in Saatschalen oder Töpfchen vorgezogen und dann ins Beet vereinzelt. Die Voranzucht für den geschützten Anbau im Gewächshaus, Folientunnel oder im Frühbeet kann schon ab Januar erfolgen. Für die Pflanzung im Freiland kann ab Februar mit der Anzucht begonnen werden. Tipps zur erfolgreichen Jungpflanzenanzucht finden Sie hier.
  • Salate sind Lichtkeimer. Die Saattiefe beträgt maximal 0,5 cm. Am besten werden die Samen dazu auf dem Aussaatsubstrat verteilt und angedrückt, mit einer Sprühflasche befeuchtet und hauchdünn mit Erde oder Sand bedeckt. Anschließend kann die Anzucht mit einer transparenten Folie abgedeckt werden, damit die Erde länger feucht bleibt.  
  • Die optimale Keimtemperatur für Salate liegt bei 15-20 °C. Bei Temperaturen über 20 °C keimen die Samen nicht oder nur zögerlich. Dies muss bei der Anzucht in der Wohnung beachtet werden. Um die Keimung in den heißen Sommermonaten zu ermöglichen, kann man die Samen in feuchtes Küchenpapier einwickeln und zwei Tage in den Kühlschrank legen. Danach sind alle keimhemmenden Stoffe abgebaut, und der Salat keimt auch bei höheren Temperaturen. Alternativ kann abends ausgesät, mit kaltem Wasser angegossen und die Aussaat mit Vlies beschattet werden.  
  • Salat kann ab März auch direkt ins Beet gesät werden. Allerdings ist dann meist eine Vereinzelung und ein sehr guter Schutz vor Schnecken nötig, da diese zarte Salatpflanzen sehr gerne mögen.   

Pflanzung

  • Die ersten Pflanzungen im Freiland können bereits Mitte März erfolgen. Im Frühbeet, Folientunnel oder im Gewächshaus können frühe Salate wie der grüne Treibkopfsalat Briweri auch schon Mitte Februar gepflanzt werden.
  • Die Pflanzabstände betragen im Freiland ca. 30 x 30 cm, im geschützten Anbau reichen 25 x 25 cm. Besonders wichtig ist die richtige Pflanztiefe. Wenn Salat zu tief gesetzt wird, ist er anfällig für Fäulnis und Krankheiten.

Fruchtfolge und Mischkultur

  • Als flachwurzelnde, schnellwachsende Kultur gedeiht Salat gut als Zwischenkultur und Lückenfüller zwischen Möhren, Porree, Bohnen, Kohlrabi und fast allen anderen Gemüsearten. Er sollte nicht neben Petersilie angebaut werden. Zu anderen Salaten und verwandten Korbblütlern wie z. B. Schwarz- und Haferwurzeln empfiehlt sich eine Anbaupause von 4 Jahren.

Tipp:

Für den Anbau auf dem Balkon ist es wichtig, dass das verwendete Substrat, also die Pflanzerde, nicht zu viele Nährstoffe enthält. Am besten vermischt man die gekaufte Gartenerde mit Sand im Verhältnis 2:1. Für Baby-Leaf-Kulturen reichen auf dem Balkon oder dem Fensterbrett flache Schalen.

Kulturführung

  • Häufiges Gießen ist beim Anbau von Salat vor allem in den heißen Sommermonaten ganz entscheidend. Ist man zu sparsam mit dem Wasser, werden die Blätter nicht butterzart, sondern hart und die Pflanzen wachsen langsamer und kommen schneller in Blühlaune.
  • Als Mittelzehrer benötigt Salat keine eigene Düngung. Besonders auf frischen Stallmist sollte verzichtet werden, da dieser zu Fäulnis führt.
  • Vor allem zu Beginn der Kulturzeit sorgt ein regelmäßiges Entfernen von Beikräutern für ungestörtes Wachstum der Salate. Im Sommer lohnt sich das Mulchen, um ein Verdunsten des Bodenwassers zu verhindern.

Häufige Probleme und Lösungsansätze

  • Im Frühjahr sind es besonders Schnecken, die an den jungen Salatpflänzchen Schaden anrichten. Je jünger und zarter die Blätter, desto größer die Verlockung. Mithilfe sogenannter „Salatkragen“, Kunststoff- oder Metallkragen, die über die Pflänzchen gestülpt werden, können die Pflänzchen geschützt werden. Die Kragen können mehrere Jahre lang benutzt werden. Sind die Pflänzchen noch sehr jung, kann man auch gut Joghurtbecher ohne Boden und später Joghurteimer ohne Boden verwenden.
  • Blattläuse können im Frühjahr in Folientunneln oder im Gewächshaus zu einem Problem werden. Zur Prävention kann ein Kulturschutznetz verwendet werden.
  • Um Fäule vorzubeugen, brauchen die Pflanzen vor allem in nassen und feuchten Sommern genügend Abstand zueinander. Wichtig ist außerdem, dass die Salatpflänzchen nicht zu tief gepflanzt werden. Eine Überversorgung mit Stickstoff kann Fäulnis fördern, daher sollte auf zusätzlichen Dünger verzichtet werden.
  • Falscher Mehltau tritt häufig im Sommer auf, wenn eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Auch hier helfen ein ausreichend großer Pflanzabstand und nur morgendlich zu gießen.

Ernte

  • Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen 10 bis 14 Wochen, je nach Jahreszeit. Ist der Salat erntereif, muss er innerhalb weniger Tag geerntet werden, sonst streckt sich der Kopf und die Blütenbildung beginnt. Die Blätter werden dann härter und bitter.
  • Salat sollte nach Möglichkeit nur am Vormittag geerntet werden, dann sind die Blätter noch knackig. Im Kühlschrank kann er bis zu 3 Tage gelagert werden. Dabei bleibt er länger frisch, wenn er in ein feuchtes Tuch gewickelt wird.

Sortenempfehlungen

Rolando ist ein grüner Kopfsalat, der bereits früh ins Freiland gepflanzt werden kann. Darüber hinaus ist er robust gegen den falschen Mehltau. Der rote Batavia Salat Maravilla de Verano ist perfekt für alle, die mit dem Ernten nicht hinterherkommen, denn er kann im erntereifen Zustand mehrere Tage auf dem Beet stehen bleiben. Die biologisch-dynamische Neuzüchtung Piro ist ein schnellwachsender, grüner Eichblattsalat, der sich für den ganzjährigen Freilandanbau bestens eignet. Hervorragende Sommersalate sind zum Beispiel unsere Eichblattsalate Red Salad Bowl, Rubinette und Cerbiatta, der besonders durch seine außergewöhnliche Wuchsform auffällt. 

Für eine bunte Mischung in der Salatschüssel empfehlen wir die Pflücksalat-Variation mit den Sorten Red Salad Bowl, Piro und Bijella. Diese Salate können über einen längeren Zeitraum mehrmals beerntet werden.  



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