Die Fruchtfolge – Nährstoffbedarf
04.01.2022Rund ums Gärtnern

Schon im letzten Beitrag haben wir erklärt, wie wichtig die Fruchtfolge für einen gut gedeihenden Bio-Gemüsegarten ist und wie viele Vorteile es hat, wenn der Garten so bunt und abwechslungsreich wie möglich bepflanzt wird. Neben der Abwechslung zwischen den verschiedenen Vertretern der Pflanzenfamilien, ist es außerdem wichtig in der Fruchtfolge den individuellen Nährstoffbedarf der verschiedenen Pflanzenarten zu berücksichtigen.
Auch Pflanzen haben Hunger
Grundsätzlich unterscheidet man nach stark-, mittel- und schwachzehrenden Pflanzen. So genannte Starkzehrer sind Pflanzen die dem Boden viele Nährstoffe, insbesondere Stickstoff, entziehen. Sie sollten am Anfang einer Fruchtfolge stehen und mit reichlich organischem Dünger, wie Kompost oder reifem Mist im Wachstum unterstützt werden.
Mittelzehrer sind Pflanzen, die auch mit einem mittleren Nährstoffangebot gut zurechtkommen, sie werden meist als Folgekultur nach Starkzehrern angebaut. Reifer Mist ist hier in der Düngung zu viel des Guten (Möhren und Pastinaken beispielsweise vertragen ihn beispielsweise gar nicht), eine Gabe von Kompost oder Pflanzenjauche ist jedoch durchaus sinnvoll.
Schwachzehrer sind zum einen Arten, die Aufgrund von kurzen Wachstumszeiten und geringem Bedarf auch mit weniger Nährstoffen zurechtkommen. Zum anderen sind es aber auch Arten wie Bohnen und Erbsen, die den Boden, durch Symbiose mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln, Luftstickstoff zuführen können.
Einen beispielhaften Überblick über die verschiedenen Nährstoffbedarfe geben wir hier:
Starkzehrer | Kohl-Arten (außer Kohlrabi), Sellerie, Tomaten, Gurken, Zucchini, Melone, Kürbis |
Mittelzehrer | Salate, Mangold, Kohlrabi, Rettich, Pastinake, Möhre, Rote Bete, Fenchel, Zwiebel |
Schwachzehrer | Feldsalat, Erbsen, Bohnen, Kresse, Kräuter, Rucola |
Auf einem optimal gedüngten Beet lässt man im ersten Jahr die Starkzehrer wachsen, die reichlich Nährstoffe brauchen. Im zweiten Jahr werden an ihrer Stelle die Mittelzehrer angebaut, deren Ansprüche schon etwas geringer sind und im dritten Jahr folgen schließlich die anspruchslosen Schwachzehrer. Dann sind die Vorräte im Boden erschöpft und das Beet sollte mit neuer Nahrung, zum Beispiel mithilfe einer Gründüngung, versorgt werden.
Praxistipp
Für den besseren Überblick raten wir zu einem Fruchtfolgeplan in dem jährlich notiert wird auf welchem Beet, in welchem Jahr, welche Kulturen standen. Bewährt haben sich Pläne in Form von Tabellen oder Skizzen. So können Fehler in der Fruchtfolge vermeiden werden.





Lieber Herr Junge,
Tomaten und Kartoffeln gehören nicht nur beide zur Familie der Nachtschattengewächse und sind daher anfällig für die gleichen Krankheiten, sondern beide Gemüsearten sind auch Starkzehrer und verlangen dem Boden einiges ab. Aus der Theorie heraus, würden wir diese Fruchtfolge also nicht empfehlen.
Viele Grüße aus Bingenheim!
Ihr Bericht über die Fruchtfolge leuchtet mir sehr ein. Bislang hielt ich mich an die von Demeter vertretenen Methode: Blatt, Wurzel, Frucht, Blüte-Gemüse! Nach dieser Regel habe ich jahrelang meine Fruchtfolge gehalten. Allerdings muß ich gestehen, daß ich nach Fruchtgemüse Kartoffeln angebaut habe. Das heißt auch, nach Tomate wieder ein Nachtschatten! Was empfehlen sie mir?