Die Fruchtfolge – Grundlagen und Pflanzenfamilien

21.12.2021Rund ums Gärtnern

Die Fruchtfolge ist ein wichtiges Thema im Bio-Gemüsegarten. Schon vor tausenden von Jahren wussten die Bäuerinnen und Bauern, dass der Boden ausgelaugt wird, wenn dort mehrere Jahre hintereinander die gleichen Pflanzen angebaut werden. Heutzutage wird diesem Problem in der industriellen Landwirtschaft mithilfe von synthetischen Düngern und chemischen Mitteln zur Bekämpfung von Schädlingen und Beikräutern entgegengewirkt.

Im natürlichen, biologisch bewirtschafteten Gemüsegarten haben solche Mittel jedoch keinen Platz.  Um für einen fruchtbaren Boden und einen geringen Schädlingsbefall zu sorgen, ist es wichtig, dass der Garten so bunt und abwechslungsreich wie möglich bepflanzt wird.

Der Begriff Fruchtfolge bedeutet, dass auf derselben Fläche im jährlichen oder mehrjährigen Wechsel unterschiedliche Kulturpflanzen angebaut werden. Eine gute Fruchtfolge dient der Verbesserung des Bodens und ist zugleich vorbeugender Pflanzenschutz.

Abwechslung tut gut

Eine grundsätzliche Regel in der Fruchtfolge besagt, dass Gemüsearten, die zur gleichen Pflanzenfamilie gehören, frühestens nach drei oder vier Jahren wieder auf dem gleichen Beet angebaut werden sollten. Dies gründet sich darauf, dass Krankheitserreger meistens auf Mitglieder einer Pflanzenfamilie spezialisiert sind. So befällt beispielsweise die Möhrenfliege nicht nur Möhren, sondern auch andere Doldenblütler wie Pastinaken, Sellerie oder Fenchel. Da viele der familienspezifischen Schädlinge im Boden überwintern, sind sie im nächsten Jahr sofort bereit weiteren Schaden an Mitgliedern dieser Familie anzurichten.

Mitglieder derselben Pflanzenfamilie entziehen dem Boden auch ähnliche Nährstoffe und führen ihm ähnliche Pflanzenausscheidungen zu, welche beispielsweise keimhemmend wirken können. Das ist ganz deutlich bei Hülsenfrüchten zu beobachten. Deshalb sollten nie Erbsen nach Bohnen gesät werden und auch umgekehrt kann es zu Einschränkungen kommen.

Hier sind die wichtigsten Pflanzenfamilien für den Gemüsegarten und deren einzelne Vertreter aufgelistet:

Doldenblütler

Möhren, Sellerie, Pastinaken, Petersilie, Fenchel

Liliengewächse

Zwiebeln, Knoblauch, Schalotten, Schnittlauch

Nachtschattengewächse

Tomaten, Auberginen, Physalis, Kartoffeln, Paprika

Kreuzblütler

Sämtliche Kohlarten, Kresse, Radieschen, Rettich, Rucola, Rüben, Asia-Salat

Schmetterlingsblütler

Erbsen, Bohnen, Soja

Korbblütler

Salate, Radicchio, Schwarz- und Haferwurzel

Gänsefußgewächse

Spinat, Mangold, Rote Bete

Kürbisgewächse

Zucchini, Kürbis, Gurke, Melone

Einige Kulturen im Gemüsegarten gehören keiner der großen Pflanzenfamilien an. Mais z. B. gehört zur Familie der Süßgräser, Feldsalat zu den Baldriangewächsen.



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