Pastinake – einzigartige Ergänzung

22.03.2022Pflanzensteckbriefe

Pastinaken erfreuen sich seit einigen Jahren, vor allem unter den Biogemüsen, großer Beliebtheit. Sie haben einen einzigartigen würzigen und zugleich süßlichen Geschmack und lassen sich leicht verarbeiten. Daher sind sie eine willkommene Ergänzung, gerade auch auf dem Winterspeiseplan.


Die Pastinake ist eine robuste und gesunde Kulturpflanze und ähnlich wie Möhren unkompliziert anzubauen. Wichtig ist dabei, auf ausreichend Feuchtigkeit während des Keimens und einen lockeren Boden zu achten.

Aussaat

  • Pastinaken können von März bis Mitte Juni direkt ins Freiland gesät werden. Da sie eine lange Keimzeit haben, bietet es sich an, Radieschen, Baby-Leaf-Salat oder Ringelblumen als Markiersaat unterzumischen.
  • Für eine üppige Ernte braucht es einen tief gelockerten, eher sandigen Boden. Besonders eignen sich lehmig-humose Böden oder humose Sandböden, damit sich lange Wurzeln ausbilden können. Bei schwereren Böden eher eine kurze Sorte wählen.
  • Die Saattiefe für Pastinaken beträgt ca. 2 cm und als Abstand zur nächsten Reihe sollten 30-50 cm eingehalten werden.
  • Die Samen brauchen bis zu drei Wochen zum Keimen. Zudem ist eine gute Bodenfeuchte ganz wichtig. Gibt es in dieser Phase wenig Niederschlag, sollte kontinuierlich und vorsichtig, ohne den Boden zu verschlämmen, gegossen werden. Die optimale Keimtemperatur liegt bei 15-20 °C, Pastinaken keimen aber auch schon ab 5 °C. Sind die Pflänzchen aufgegangen, sollten sie auf 5-10 cm ausgedünnt werden, sodass die verbleibenden Pflanzen ausreichend Platz haben, um sich zu entwickeln.
  • Da die Keimfähigkeit schnell nachlässt, sollte das Saatgut innerhalb eines Jahres aufgebraucht werden.

Fruchtfolge und Mischkultur

  • Als Vorkultur eignen sich Gründüngung oder Starkzehrer, die mit organischem Dünger versorgt wurden und einen möglichst unkrautfreien und tief gelockerten Boden hinterlassen, z. B. Kohlgemüse oder Kartoffeln. Schlechte Vorfrüchte sind alle anderen Doldenblütler (wie z. B. Möhren). Gute Nachbarn in Mischkultur sind Dill, Majoran, Ringelblumen, Sonnenblumen, Spinat oder Zuckermais. Pastinaken sollten erst nach frühestens drei Jahren, besser 5 Jahren, wieder auf demselben Beet angebaut werden.

Kulturführung

  • In der Hauptwachstumsphase, je nach Aussaatzeitpunkt im Juli-Oktober, müssen die Pflanzen gut mit Wasser versorgt sein. Während längerer Trockenperioden im Sommer daher unbedingt alle drei Tage gießen, wenn die Beete unbedeckt sind. Auch eine Mulchschicht kann dabei helfen, den Boden feucht zu halten.
  • In der Pflege brauchen Pastinaken wenig Aufmerksamkeit. Wenn die Pflänzchen ein bis zwei Laubblätter zeigen, kann vorsichtig mit dem Unkrautjäten begonnen werden.
  • Wenn der Boden sich verdichtet oder verkrustet, ist es für die Sauerstoffversorgung wichtig, regelmäßig mit Kultivator oder Ziehhacke zu lockern. Verdichtete Böden sind der Hauptgrund für kurzes, schlechtes Wurzelgemüse.
  • Pastinaken sind Mittelzehrer. Daher ist nur wenig Dünger nötig. Vor der Aussaat kann Kompost oder abgelegener Mist ausgebracht werden oder alternativ in der Hauptwachstumsphase im September mit Hornmehl oder Gemüsedünger gedüngt werden. Zu viel Dünger führt dazu, dass die Blätter sehr stark wachsen und die Wurzeln verkümmern.
  • Vorsicht: Die Blätter der Pastinake enthalten Cumarinverbindungen, die in Kombination mit Sonnenlicht die Haut irritieren können. Innerhalb von ein bis zwei Tagen kann es zu Rötungen mit Blasenbildung und großem Juckreiz kommen. Daher ist es empfehlenswert, bei der Pflege und Ernte lange Ärmel und lange Hosen sowie Handschuhe zu tragen.

Häufige Probleme und Lösungsansätze

  • Grundsätzlich sind Pastinaken eine gesunde und robuste Kulturpflanze. Zur Abwehr von Möhrenfliegen kann das Beet nach der Aussaat mit einem Gemüseschutznetz abgedeckt werden. In feuchtkühlen Lagen kann es zu Nassfäule kommen. Hier bietet sich ein Anbau in Dammkultur an.

Ernte

  • Pastinaken wachsen eher langsam und haben daher eine lange Kulturdauer von 160-200 Tagen. Wenn sie im März/April ausgesät wurden, kann ab Anfang September geerntet werden. Da die Wurzeln frosthart sind, können sie auch bis in den Winter hinein im Boden gelassen und nach Bedarf geerntet werden. Durch Frosteinwirkung werden die Pastinaken sogar milder und geschmackvoller. Allerdings kann es in feuchten Wintern auch zu Fäulnis kommen oder es besteht die Gefahr, dass Wühlmäuse an den schmackhaften Wurzeln Gefallen finden.   
  • Die Pastinakenwurzeln können bei niedrigen Temperaturen (am besten 0-1 °C) und hoher Luftfeuchtigkeit (mind. 95 %), z. B. im Erdkeller oder in einer Erdmiete, 2-6 Monate gut gelagert werden. Dazu müssen sie ungewaschen bleiben und das Laub sollte vollständig entfernt werden. Bei höheren Temperaturen kann Becherpilz auftreten, ein dichtes, watteartiges Mycel an den Wurzeln, oder Kopffäule.

Sortenempfehlungen

Tipp

 Pastinaken können roh geraspelt im Salat und gekocht, z. B. in Suppen, als Gemüse oder Püree zubereitet werden. Sie eignen sich bestens als Gemüse für Babys und Kleinkinder, da sie einen niedrigen Nitratgehalt und einen hohen Mineralstoffgehalt haben. Der hohe Zuckergehalt macht sie außerdem auch geschmacklich attraktiv.  



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