Blühende Nachbarinnen – Kapuzinerkresse, Ringelblume und Tagetes

13.09.2022Pflanzensteckbriefe

Nach dem Vorbild der Natur, in deren Ökosystemen Monokulturen Fehlanzeige sind und sich vielfältige Pflanzenarten einen Lebensbereich teilen, streben viele Gärtner:innen auch im Gemüsegarten gemischte Pflanzungen an. Durch diese Mischkultur können Nachbarpflanzen voneinander profitieren und der meist begrenzte Platz wird optimal genutzt. Eine geschickte Kombination von Arten mit unterschiedlichem Wuchsverhalten, Düften und Ausscheidungen soll das Wachstum anregen sowie Krankheiten und Schädlinge im Zaum halten. Je nach Vorlieben wird die Mischkultur auch optisch als ansprechender empfunden, besonders wenn neben Gemüse auch Kräuter und Blumen wachsen. Drei bewährte blühende Nachbarinnen, die dekorativ, essbar und nützlich sind und daher in jedem Garten eine Bereicherung darstellen, sind Kapuzinerkresse, Ringelblume und Tagetes. Im Folgenden stellen wir diese beliebten Mischkulturblumen vor und geben Hinweise zu Aussaat, Pflege und Ernte, damit der Anbau klappt.  

Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) wird gerne als Schädlingsfalle in der Nähe von Gemüse oder unter Obstbäumen gepflanzt. Sie zieht Blattläuse, Apfelblattsauger, Kohlweißlinge und andere Schädlinge an. Obst und Gemüse bleiben so verschont. Mit ihren frisch-grünen Blättern und immer neuen, leuchtenden Blüten bringt sie auch optisch den ganzen Sommer Freude.

Die Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse sind essbar. Sie schmecken senfkressig und können z. B. im Salat oder frisch auf dem Butterbrot verwendet werden. Zur Dekoration von Speisen sind vor allem die Blüten besonders hübsch.

Hinweise zum Anbau

  • Kapuzinerkresse kann ab Mitte März drinnen vorgezogen oder ab Mai direkt ins Freiland gesät werden. Die Samen keimen besser, wenn sie vor dem Aussäen in feuchtes Papier gewickelt und fünf Tage bei ca. 5 °C in den Kühlschrank gelegt werden.
  • Die Saattiefe beträgt ca. 1 cm.
  • Kapuzinerkresse kann auch in Blumenkästen oder -kübeln kultiviert werden. Hierbei darauf achten, nicht zu viel Saatgut in die Gefäße zu säen. Einfacher ist es, die Kapuzinerkresse vorzuziehen und anschließend zu pikieren.
  • Vorgezogene Pflänzchen können ab Mitte Mai ins Freiland gepflanzt werden. Als Pflanzabstand sollten bei nichtrankender Kapuzinerkresse ca. 30 x 30 cm und bei rankender ca. 40 x 40 cm freigehalten werden.  
  • Kapuzinerkresse hat keine besonderen Ansprüche an Boden und Standort. Sie wächst sogar in Nordlagen.
  • Bei großer Hitze werden die Blätter schnell gelb und sie blüht weniger. Auch zu viel Stickstoff vermindert die Blühfreude, als Schwachzehrer muss Kapuzinerkresse daher nicht gedüngt werden.
  • Im Laufe des Sommers bilden sich zahlreiche Samen, die gesammelt und im nächsten Jahr ausgesät werden können.

In unserem Sortiment bieten wir rankende und nicht-rankende Kapuzinerkresse an. Die rankende Kapuzinerkresse verschönert in kurzer Zeit Zäune, Bögen oder Rankgitter aller Art. Die nicht-rankende Schwester eignet sich auch hervorragend als Kübelpflanze oder für den Balkonkasten. 

Ringelblume

Die Ringelblume (Calendula officinalis) ist eine der beliebtesten Blumen im Bio-Garten. Sie ist unkompliziert, robust und blühfreudig. Einmal angesiedelt, sät sie sich von selbst aus. Als Mischkulturpartnerin bietet sie ein reiches Angebot an Nektar und Pollen, welches Nützlinge anzieht, die fleißig die Gemüseblüten bestäuben und Schädlinge wie Blattläuse in Schach halten. Außerdem lockern ihre tiefreichenden Wurzeln den Boden und geben Stoffe ab, die Fadenwürmer (Nematoden) und Drahtwürmer abtöten. Ringelblumen sind besonders nützlich als Helferpflanze für Kohl, Bohnen, Tomaten, Himbeeren und Steinobst. Weiterhin können sie gut als Mulch oder als Jauche zur Pflanzenstärkung eingesetzt werden.

Die essbaren Blüten sind nicht nur dekoratives Beiwerk, sondern geben auch einen ganz besonderen Geschmack. Durch ihre zahlreichen Wirkstoffe werden Ringelblumen zur Herstellung von Salben oder Tees eingesetzt. Auch in der Vase machen Ringelblumen eine gute Figur.

Hinweise zum Anbau

  • Ringelblumen werden ab März bis Ende August direkt ins Freiland gesät. Auf im Spätsommer frei gewordenen Flächen können Ringelblumen als auch als Gründüngung eingesät werden.
  • Die Saattiefe ist ca. 1 cm.
  • Die optimalen Pflanzabstände betragen 25 x 25 cm. Wenn zu dicht gesät wurde, empfiehlt sich, die Pflanzen auszulichten. In Mischkultur mit Gemüse sollten nur einzelne Pflanzen stehen gelassen werden, da Ringelblumen als Starkzehrer viele Nährstoffe beanspruchen.
  • Ringelblumen mögen einen sonnigen Standort und eher trockenen Boden, haben aber sonst keine besonderen Ansprüche. Sie lassen sich auch ganz unkompliziert im Topf kultivieren.  
  • Werden Ringelblumen beetweise angebaut, sollten sie nicht unmittelbar nach anderen Korbblütlern gesät werden.
  • Werden Ringelblumen nach der ersten Blüte zurückgeschnitten, dann blühen sie erneut und bis weit in den Herbst hinein.
  • Vereinzelt kann echter Mehltau auftreten. Dann die Pflanzen stark stutzen. Der Befall hat allerdings keinen Einfluss auf die Ernte der Blüten.  
  • Als Schnittblumen werden Ringelblumen früh morgens geschnitten, wenn die Blüten noch nicht ganz geöffnet sind. Für die Vase die Stiele am besten schräg anschneiden.
  • Die Ernte von Blüten zum Trocknen oder Verarbeiten erfolgt am besten über Mittag an warmen, sonnigen Tagen, wenn die Blüten trocken und aufgeblüht sind. Dann haben sie die höchste Konzentration an Wirkstoffen. Je öfter geerntet wird, umso mehr Blüten bilden die Pflanzen.
  • Sind die Blüten komplett verblüht und getrocknet, können die Samen für den Anbau im nächsten Jahr geerntet werden. Ringelblumen säen sich aber auch leicht von selbst aus, ohne dabei zur Plage zu werden. Überzählige Pflanzen können leicht gejätet werden.

Wir bieten eine reichblühende, orange, überwiegend gefüllte Ringelblume mit hohen Flavonoidgehalt an, die sich gut als Schnitt- und Heilpflanze eignet, und eine Ringelblumenmischung aus einfachen, ungefüllten Blüten in gelben und orangen Farbtönen.

Tagetes

Auch Tagetes ist eine häufig anzutreffende Blume im Bio-Garten. Die niedrigwachsende, kleinblütige Polsterstudentenblume (Tagetes tenuifolia) eignet sich mit ihrem kissenartigen Wuchs hervorragend zur Einfassung von Beeten oder als Lückenfüllerin im Staudenbeet. Weil sie den ganzen Sommer unermüdlich blüht, wird sie auch gerne als Balkon- oder Kübelpflanze verwendet. Tagetes ist robust und einfach anzubauen. Die vielen Blüten sind beliebt bei Schmetterlingen und bieten Insekten nahrhaften Nektar und Pollen. Ihr distinkter Geruch, der aus winzigen Öldrüsen an den Blatträndern stammt, vertreibt die weiße Fliege und andere Schädlinge. Außerdem ist der Anbau von Tagetes förderlich für die Bodengesundheit. Sie locken Nematoden an und töten diese mit Giftstoffen ab, sobald sie versuchen, in die Wurzel einzudringen. Tagetes eignet sich besonders als Helferpflanze für Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Kohl. Möhren und Obst.

Die Blüten der Polsterstudentenblume schmecken nach Orange oder Zitrone und werden daher gerne zur Dekoration von Torten, Desserts oder Salaten verwendet. Auch junge Blättchen können geerntet und verarbeitet werden

Hinweise zum Anbau

  • Die Polsterstudentenblume kann ab Anfang Mai direkt ins Freiland gesät werden. Bei der Aussaat in Pflanzgefäßen auch hier darauf achten, nicht zu viel Saatgut zu verwenden. Einfacher ist es, die Polsterstudentenblume ab Anfang März in Aussaatschalen vorzuziehen und später im passenden Abstand auszupflanzen.
  • Die Saattiefe beträgt ca. 1 cm.   
  • Bei Temperaturen von 16-20 °C keimt Tagetes nach 1-2 Wochen.
  • Wenn sich nach 4-6 Wochen die ersten normalen Blättchen zeigen, wird die Tagetes in Gruppen von 4-5 Pflanzen in Töpfe pikiert. Anschließend sollten die Pflänzchen weiterhin warm stehen, um die Blütenentwicklung anzuregen.  
  • Sind die Pflanzen ca. 10 cm hoch, kann die Spitze herausgeknipst werden. Dies regt zu buschigem Wachstum an.
  • Ab Mitte Mai, wenn keine Gefahr mehr für Nachtfröste besteht, können die vorgezogenen Tagetes in sonniger bis halbschattiger Lage gepflanzt werden. Sie mögen es nicht zu nass.
  • Zur Vorbereitung das Beet gut lockern und Kompost einarbeiten. Außerdem die Pflanzen abhärten, um sie an die Bedingungen draußen zu gewöhnen.
  • Bei Abständen von 40 x 40 cm bleibt den Pflanzen ausreichend Platz, um sich optimal zu entwickeln.
  • An heißen Tagen die Polsterstudentenblume regelmäßig gießen. Sie sollte weder austrocknen noch in gestauter Nässe stehen.  
  • Tagetes, besonders junge Pflanzen, werden gerne von Nacktschnecken gefressen. Sie können deswegen als Ablenkung neben Salat gepflanzt werden, damit dieser verschont wird.
  • Geerntet werden an sonnigen Tagen, am besten morgens, komplett geöffnete, trockene Blüten. Sind sie von der Mittagssonne schon etwas ausgedorrt, schmecken sie strenger. Die Ernte von Blüten und das Entfernen von abgeblühten Köpfen fördert die weitere Blütenbildung.
  • Werden im Herbst ein paar verwelkte Blüten stehen gelassen, kann eigenes Saatgut gewonnen werden.

Unser Angebot enthält eine leuchtend orange blühende Polsterstudentenblume und eine Mischung mit zitronengelben über orangen bis rotbraunen Blüten.



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