Dicke Bohne - eine einfach zu kultivierende Eiweißquelle

25.02.2021Pflanzensteckbriefe

Eine der ersten Kulturen, die in unseren Breitengraden ins Freiland  gesät werden kann ist die Dicke Bohne, auch Puffbohne genannt. Am besten gedeiht sie auf mittleren bis schweren Böden.
 

Aussaat

  • Die Direktsaat erfolgt ab Mitte Februar bis Mitte April.  Eine möglichst frühe Aussaat führt bei der Dicken Bohne zu schnellerem Wachstum, reicherem Hülsenansatz und erhöhter Pflanzengesundheit. Temperaturen von bis zu -5 ° C stellen kein Problem dar.
  • Dicke Bohnen werden, je nach Größe des Saatgutes,  5-8 cm tief gesät.
  • Die optimale Keimtemperatur für die Dicke Bohne beträgt 5-10° C, die Keimdauer beträgt ca. 8-14 Tage. Die Abstände bei der Aussaat sollten in der Reihe ca. 10 cm und zwischen den Reihen ca. 60 cm betragen.
  • Dicke Bohnen können auch in einem großen Pflanzgefäß auf dem Balkon oder der Terrasse angebaut werden.
     

Kulturführung

  • Dicke Bohnen mögen viel Regen und eine hohe Luftfeuchtigkeit und geben sich auch mit einem halbschattigen Standort zufrieden.
  • Bei der Fruchtfolge ist eine ausreichend lange Anbaupause von mindestens drei, besser jedoch fünf Jahren einzuhalten. Auch bis zum Anbau anderer Leguminosen wie z.B. Erbsen oder Sojabohnen.
  • Die Dicke Bohne benötigt keine Düngung. Sie bindet als Leguminose in Zusammenarbeit mit den sogenannten Knöllchenbakterien an der Wurzel den Stickstoff aus der Luft. Eine zusätzliche Stickstoffdüngung würde diese Symbiose hemmen. Auf sauren Böden lohnt sich die Gabe von Kalk.
  • Besonders während der Blühphase muss eine ausreichende Wasserversorgung sichergestellt werden. Bei Trockenheit und Hitze werden sie anfällig für Pilzkrankheiten und Lausbefall. Wassermanngel in der Blütephase führt zum Abwurf von Blüten und jungen Hülsen.
  • Die Pflanzen müssen regelmäßig von Beikräutern befreit werden. Ein Anhäufeln der Pflanzen sorgt für eine höhere Standfestigkeit.
  • Eine Nachbarschaft mit Erbsen, Zwiebelgewächse und Fenchel sollte vermieden werden. Gute Nachbaren sind zum Beispiel Spinat, Salat, Bohnenkraut und Kohlrabi.
     

Häufige Probleme und Lösungsansätze

  • Den größten Schaden an der Dicken Bohne kann ein Befall mit der schwarzen Bohnenlaus verursachen. Diese überträgt Viren, die zu Verfärbungen und Wuchsstörungen führen. Zusätzlich fördern die Ausscheidungen der Blattläuse die Schokoladenfleckenkrankheit und andere Pilzkrankheiten. Eine frühe Aussaat ist die wichtigste Vorbeugemaßnahme gegen den Befall mit der Schwarzen Bohnenlaus. Bei geringem Befall kann Rhabarbertee gespritzt werden. Bei größerem Befall hilft nur ein Entfernen der befallenen Blätter. 

 

Ernte

 

  • Die Erntereife erreicht die Dicken Bohne ungefähr 100 Tage nach der Aussaat. Die Samen sollten dann ihre volle Größe erreicht haben und noch weich sein.
  • Eine kurzzeitige Lagerung der Hülsen im Kühlschrank ist möglich. Eine gute Möglichkeit der Haltbarmachung ist das Einfrieren der gepulten und ungekochten Samen.
  • Rohe Bohnen sind giftig! Daher müssen Sie für den Verzehr immer ausreichend gekocht werden.

 

 

 

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Tipp

Der frühe Erntezeitpunkt der Dicken Bohne öffnet im Beet Platz für eine Nachkultur von Kohlsorten wie z.B. Brokkoli.

Die Pflanzen können nach der Ernte über der Erde abgeschnitten und die Wurzeln an Ort und Stelle belassen werden. So dient der Stickstoff an den Wurzeln den Nachkulturen als Nährstoff. Auch die abgeschnittenen Pflanzen können gut als Mulch auf dem Beet liegen gelassen werden.
 



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