Sojabohne Edamame – Fernost im eigenen Garten

21.10.2025Pflanzensteckbriefe

Die Edamame-Sojabohne erfreut sich auch bei uns immer größerer Beliebtheit. Und das Beste ist: Dieser leckere Snack muss gar nicht aus der Ferne importiert werden, denn er lässt sich auch in unseren Breiten recht einfach anbauen.

 

Aussaat

  • Der richtige Aussaatzeitpunkt zur Direktsaat der Edamame-Sojabohne ist ab Anfang Mai erreicht, wenn sich der Boden bereits erwärmt hat. Späte Aussaaten sind bis Anfang Juli möglich.
  • Eine Voranzucht ist ab April möglich, wenn Anfang Mai gepflanzt werden soll, die Vorkultur dauert ca. 3 Wochen.
  • Die optimale Saattiefe beträgt 3-4 cm.
  • Die Sä- bzw. Pflanzabstände betragen 50 x 10 cm.
  • Für die Keimung ist es besonders wichtig, dass der Boden auch nach der Saat einige Tage warm bleibt. Die optimale Keimtemperatur liegt bei 12-20 °C. Findet die Edamame diese optimalen Bedingungen vor, beginnt die Keimung nach 5-6 Tagen.
  • Sobald die ersten Laubblätter zu sehen sind, werden späte Nachtfröste relativ gut vertragen.

Kulturführung der Edamame

  • Edamame-Sojabohnen sind eine wärmeliebende Kultur. Besonders zur Blüte im Hochsommer erhöht ausreichend Wärme die Bildung der Hülsen.
  • Wie alle Leguminosen sollten auch Edamame-Sojabohnen nur maximal alle drei Jahre am gleichen Platz angebaut werden. Als Nachkulturen kommen z.B. Wirsing oder Chinakohl in Frage.
  • Zur Blütezeit und später zur Kornfüllung muss auf eine ausreichende Wasserversorgung geachtet werden. Trockenstress während der Blütezeit führt zum Abwerfen der Blütenansätze. Fehlendes Wasser zum Ende der Kornfüllungsphase kann zur Notreife führen, die Sojabohnen sind dann nur noch bedingt für den Verzehr geeignet.
  • Eine Düngung von Edamame-Sojabohnen ist nicht nötig, da sie selbst Stickstoff im Boden sammeln. Eine Impfung mit Rhizobien-Bakterien vor der Aussaat (dazu das Saatgut ca. 24 Stunden vor dem Säen gründlich damit vermischen) kann den Ertrag jedoch erhöhen, da die Bakterien den Pflanzen bei der Fixierung von Stickstoff behilflich sind. (Die Soja-Rhizobien „LegumFix“ zur Impfung des Saatgutes von Edamame-Sojabohnen finden sie bei uns im Onlineshop).
  • Sojabohnen haben eine langsame Jugendentwicklung, deshalb sollten Beikräuter in Schach gehalten werden.

Häufige Probleme und Lösungsansätze

  • Keimende Sojabohnen werden zum Teil von den Larven der Bohnenfliege befallen. Diese fressen sich in die angekeimten Sojabohnen. Zur Vorbeugung hilft es, die Sojabohnen etwas weniger tief zu säen. Auch lohnt es sich, den optimalen Aussaatzeitpunkt abzuwarten, damit die Keimlinge den Schädlingen „davonwachsen“.
  • Um zu verhindern, dass Tauben und Krähen sich über die kleinen Keimlinge hermachen, ist die Abdeckung mit einem Vlies sinnvoll.
  • Im Hausgarten können zum Teil auch Schnecken für großen Schaden sorgen. Kalk und Sägespäne um die Pflanzen gestreut helfen, die Plagegeister auf Abstand zu halten. Zur „Ablenkung“ kann rund um die Beete Kresse gesät werden.

 

Edamame-Sojabohnen ernten

  • Die Ernte kann ab Mitte August, ca. 100 Tage nach der Aussaat beginnen. Die Sojabohnen sind erntereif, wenn die Hülsen sichtlich gefüllt, aber noch frischgrün sind. Lieber einen Tag zu früh als zu spät ernten, da Konsistenz und Geschmack schnell leiden.

Tipp

Durch Ernte- und Kochproben kann der perfekte Erntezeitpunkt schnell bestimmt werden. Hier lohnt sich im ersten Anbaujahr Experimentierfreudigkeit.
 

  • Das Erntefenster ist mit zehn Tagen sehr kurz. Durch satzweisen Anbau im Abstand von z.B. 14 Tagen kann über viele Wochen hinweg laufend geerntet werden.
  • Edamame-Sojabohnen können im Kühlschrank einige Tage gelagert werden und lassen sich auch gut einfrieren.

 

Verwendung der Edamame in der Küche

Mit ihrem mildsüßen, leicht nussigen und doch herzhaften Aroma sind die Edamame eine gesunde und leckere Alternative zu Chips und Co.

Klassische Zubereitung dieser besonderen Snack-Sojabohne 'Edamame': Frische (oder tiefgefrorene) Hülsen in leicht gesalzenes, kochendes Wasser geben, nach Geschmack acht bis zwölf Minuten garen, im Nudelsieb abtropfen lassen und heiß in eine Schale geben, grobes Salz drüber und gerne ein kaltes Bier dazu. Die Hülsen werden nicht mitgegessen sondern mit Gefühl "ausgezuzelt".

Sortenempfehlung Edamame für den Hobbygarten

Chiba Green

Eine japanische Edamame-Sojabohne mit besonders großen Körnern.

Zur Sorte Chiba Green

Fragen und Antworten rund um den Edamame-Anbau

  • Können Edamame in Deutschland angebaut werden?

    Ja, Edamame lassen sich in Deutschland auch im Haus- oder Hobbygarten erfolgreich anbauen.

  • Wie und wann werden Edamame angebaut?

    Die Direktsaat erfolgt ab Anfang Mai, sobald keine Spätfröste mehr zu erwarten sind und sich der Boden ausreichend erwärmt hat. Spätere Aussaaten sind bis Mitte Juli möglich. Eine Voranzucht ist bereits ab April möglich und dauert etwa drei Wochen. Für eine gute Keimung ist entscheidend, dass der Boden nach der Aussaat einige Tage warm bleibt. Die optimale Keimtemperatur liegt zwischen 12 und 20 °C.

  • Ist Edamame ein Starkzehrer?

    Nein, Edamame (Sojabohnen) zählen zu den Leguminosen. Wie andere Hülsenfrüchte reichern sie Stickstoff im Boden an und gelten daher nicht als Starkzehrer. Eine zusätzliche Düngung ist in der Regel nicht notwendig, da die Pflanzen sich selbst mit Stickstoff versorgen. Eine Impfung des Saatguts mit Rhizobien-Bakterien (etwa 24 Stunden vor der Aussaat) kann den Ertrag jedoch fördern, da diese Bakterien die Stickstofffixierung unterstützen.

  • Was brauchen Edamame zum Wachsen?

    Edamame benötigen einen sonnigen Standort und eine gleichmäßige Wasserversorgung, besonders während der Blüte und der Kornfüllung. Bei Trockenheit werfen die Pflanzen Blüten ab, was den Ertrag deutlich mindern kann

  • Was ist beim Anbau von Edamame schwierig?

    Durch die langsame Jugendentwicklung ist es besonders wichtig, Beikräuter konsequent zu kontrollieren. Im Hobbygarten können Schnecken großen Schaden anrichten. Um diese fernzuhalten, können Kalk oder Sägespäne um die Pflanzen gestreut werden. 

  • Wie groß werden Edamame-Pflanzen?

    Die Höhe variiert je nach Sorte. Hokkai Green, die auch in unserem Online-Shop erhältlich ist, wird beispielsweise etwa 50 cm hoch.

  • Woran ist zu erkennen, dass Edamame erntereif sind?

    Je nach Aussaatzeitpunkt beginnt die Ernte etwa ab Mitte August, also rund 100 Tage nach der Aussaat. Die Hülsen sind erntereif, wenn sie gut gefüllt und noch frischgrün sind. Es wird empfohlen, eher etwas früher zu ernten, da Konsistenz und Geschmack schnell nachlassen können.

  • Wie werden Edamame geerntet?

    Die Ernte erfolgt per Hand, indem die reifen, gefüllten Hülsen von der Pflanze abgepflückt werden.

  • Können aus Sojabohnen Edamame gezogen werden?

    Ja, Edamame sind im Prinzip unreif geerntete Sojabohnen. Mit passenden Sorten und dem richtigen Erntezeitpunkt können Edamame problemlos aus Sojabohnen gezogen werden.