Rosenkohl – Kleine Köpfe mit großem Geschmack

23.04.2025Pflanzensteckbriefe

Rosenkohl, auch Sprossenkohl genannt, zählt zu den klassischen Wintergemüsen im Hausgarten, da er bis in den Dezember hinein und bei milder Witterung auch noch länger geerntet werden kann. Die kleinen, rundlichen „Rosen“ an den Stängeln sind stark entwickelte Achselknospen, die wie winzige Kohlköpfe aussehen. 

Während im Supermarkt meist nur grüne Sorten erhältlich sind, bietet der eigene Anbau mehr Vielfalt. Es gibt auch Sorten mit rötlich gefärbtem Laub und violetten Röschen, die nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich überzeugen.

 

Aussaat von Rosenkohl

  • Rosenkohl kann ab Mitte März bis Mitte Mai zur Vorkultur im Haus in Aussaatschalen oder im geschützten Frühbeet gesät werden.
  • Die Saattiefe für Rosenkohl beträgt ca. 1 cm.
  • Die optimale Keimtemperatur der Samen liegt zwischen 15 °C und 20 °C.
  • Nach dem Austreiben im Keimblattstadium pikieren und die Pflanzen anschließend kühl (12–14 °C) weiterziehen.
  • Insgesamt dauert die Vorkultur etwa vier Wochen.

Tipp

Saatgut von Rosenkohl ist ungewöhnlich lange keimfähig – über fünf Jahre – und kann bei guter Lagerung über mehrere Anbausaisons verwendet werden.

Pflanzung von Rosenkohl

  • Die Jungpflanzen können ab Mitte April bis Anfang Juni ins Freiland gepflanzt werden.
  • Es wird ein Pflanzabstand von etwa 50 cm empfohlen.
  • Rosenkohl liebt sonnige, luftige Lagen mit gemäßigtem Klima. Auf dem Balkon ist der Anbau aufgrund der Hitze nicht ideal.
  • Vor dem Auspflanzen sollten die Jungpflanzen abgehärtet werden, indem sie tagsüber draußen stehen.
  • Rosenkohl ist ein Starkzehrer und benötigt einen nährstoffreichen Boden. Vor der Pflanzung das Beet großzügig mit reifem Kompost oder kompostiertem Mist versorgen. 

Fruchtfolge und Mischkultur für Rosenkohl

  • Ideal ist eine vorherige Gründüngung mit Leguminosen – Kreuzblütler wie Gelbsenf sind aufgrund Ihrer Verwandtschaft als Vorkultur ungeeignet.
  • Mindestens drei Jahre vor dem Anbau sollte das Beet frei von Kohlgewächsen bleiben.
  • Gute Nachbarn im Beet sind Blühpflanzen, die Nahrung für Nützlinge bieten wie zum Beispiel Steinkraut oder die Hannover-Mischung

 

Kulturführung von Rosenkohl

  • Eine gute Wasserversorgung ist entscheidend für das Wachstum der Pflanzen und die Ausbildung der Röschen. In den ersten zwei bis drei Wochen nach der Pflanzung sollte eher sparsam gegossen werden, um das Wurzelwachstum zu fördern. Später ist eine gleichmäßige Versorgung wichtig. In trockenen Sommern hilft eine Mulchschicht aus Grasschnitt, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten.
  • Regelmäßiges Lockern des Bodens durch Hacken fördert die Durchlüftung, verhindert Staunässe und hält die Pflanzung frei von Beikraut. Ein luftiger Bestand schützt vor Pilzkrankheiten.
  • Ein Kulturschutznetz schützt vor Schädlingen.
  • Rosenkohl hat im August/September den höchsten Nährstoffbedarf. Daher ist es notwendig, die Pflanzen während dieser Zeit und noch in den Herbst hinein ausreichend zu versorgen. Dazu eignet sich beispielsweise Pflanzenjauche oder andere schnell verfügbare Dünger. Zu viel Stickstoff jedoch macht die Pflanzen weicher und mindert die Winterhärte.

     

Häufige Probleme und Lösungsansätze beim Anbau von Rosenkohl

  • Kohlgewächse sind generell einem breiten Krankheits- und Schädlingsdruck ausgesetzt, weshalb der Anbau unter einem engmaschigen Kulturschutznetz sinnvoll ist. Auch regelmäßige Kontrollen der Pflanzen und ausgewogene Pflegemaßnahmen können einem starken Befall vorbeugen.
  • Ein häufiger Schädling im Rosenkohlanbau ist die Kohlmottenschildlaus, die sich vor allem in warmen, trockenen Sommern und milden Wintern stark vermehrt. Ihr Befall führt auch häufig zu Rußtaupilzen, da diese sich auf den Zuckerausscheidungen der Läuse sehr wohl fühlen. Vorbeugend hilft ein frühzeitig gespanntes Kulturschutznetz sowie eine saubere Beetführung und das Einhalten von Anbaupausen. Nützlinge wie die heimische Erzwespe unterstützen den natürlichen Schutz.
  • Ein Schädling, der allen Kohlgewächsen das Leben schwer machen kann, ist der Kohlweißling. Die Blattunterseiten sollten regelmäßig auf die leuchtend gelben Eigelege des Falters untersucht werden. Die Eier werden abgesammelt oder zerdrückt, denn sonst entwickeln sich gefräßige Raupen, die sich an den Blättern der Pflanzen gütlich tun und meist nur das Blattskelett stehen lassen. Vorsorglich können die Beete ab Mitte Juli mit Kulturschutznetzen abgedeckt werden, das hält die Schmetterlinge fern.
  • Ein dichtes Kulturschutznetz beugt auch einem Befall durch die Kohlfliege vor. Sie ähnelt der Stubenfliege und legt ihre Eier an den Wurzelhals von Jungpflanzen. Die daraus geschlüpften Maden können das Wurzelsystem so massiv schädigen, dass die Pflanzen innerhalb von kurzer Zeit absterben. Zur Prävention der Kohlfliege sollte außerdem kein frischer Mist verwendet und die Fruchtfolge beachtet werden.
  • Erdflöhe treten bei warmer und trockener Witterung auf und durchlöchern die Blätter der jungen Pflanzen, wodurch deren Wuchskraft erheblich gemindert wird. Die beste Vorbeugung ist, den Boden immer feucht zu halten. Auch Mulchen und häufiges Hacken helfen.
  • Die Kohlhernie ist ein Schleimpilz, welcher sich besonders in warmer und feuchter Erde wohlfühlt und alle Kohlgewächse befällt. Typische Hinweise auf einen Befall sind schwaches Wachstum und die Ausbildung welker, vergilbter Blätter und knollenförmiger, verdickter Wurzeln. Die strapazierfähigen Erreger halten sich über Jahre hinweg im Substrat, sodass auch keine Anbaupause vor ihm schützt. Präventiv hilft eine Kalkung des Bodens, denn bei einem Boden-ph-Wert über 7 hat der Pilz keine Chance.

 

Ernte von Rosenkohl

  • Die Röschen reifen nach und nach von unten nach oben heran. Dementsprechend können ab dem Spätherbst immer die größten Röschen an jeder Pflanze geerntet werden, sobald sie fest und gut entwickelt sind.
  • Bei der Ernte sollten die Röschen noch nicht aufgeblüht sein – leicht geöffnete Knospen lassen sich aber ebenfalls gut in der Küche verwenden.
  • Es gibt die Möglichkeit die Pflanzen zu köpfen, also den losen oberen Kopf abzuschneiden. Das führt dazu, dass sich die Ernte verfrüht und die Röschen gleichmäßiger abreifen. Das Köpfen der Pflanze führt jedoch zu einer geringeren Frosthärte. Das Köpfen wird ab etwa Anfang September für eine Ernte ab Oktober vorgenommen.
  • Bei unseren Sorten ist die Ernte bis in den Dezember möglich, in milden Wintern auch länger.

 

Sortenempfehlungen Rosenkohl für den Hobbygarten

Rokero

Mit seinen leuchtenden, dunkelroten Blättern und Röschen ist der Rokero im Garten nicht nur ein echter Hingucker, sondern überzeugt auch mit seinem aromatischen Geschmack.

Zur Sorte Rokero

Idemar

Klassische grüne Rosenkohlsorte. Sie ist sehr ertragsstark und standfest. Bei Verkostungen hat uns die Sorte immer wieder durch ihr wohlschmeckendes, mildes Aroma überzeugt.

Zur Sorte Idemar

Fragen und Antworten rund um den Rosenkohl-Anbau

  • Wann sollte man Rosenkohl säen?

    Rosenkohl kann ab Mitte März bis Mitte Mai zur Vorkultur im Haus in Aussaatschalen oder im geschützten Frühbeet gesät werden.

  • Wie und wann wird Rosenkohl gepflanzt?

    Die Jungpflanzen kommen ab Mitte April bis Anfang Juni ins Freiland. Der Pflanzabstand beträgt jeweils 50 cm. Vor dem Auspflanzen sollten die Pflanzen abgehärtet werden. Ideal sind sonnige, luftige Lagen mit gemäßigtem Klima.

  • Kann Rosenkohl noch im August gepflanzt werden?

    Nein. Wir empfehlen die Pflanzung von Mitte April bis Anfang Juni.

  • Was sind gute und schlechte Nachbarn für Rosenkohl?

    Gute Nachbarn für Rosenkohl sind Blühpflanzen wie Steinkraut oder die Hannover-Mischung, da sie Nützlinge anlocken. Schlechte Vorkulturen für Rosenkohl sind Kreuzblütler wie Gelbsenf, da sie zur gleichen Familie gehören. Eine vorherige Gründüngung mit Leguminosen ist ideal. Außerdem sollte das Beet mindestens drei Jahre lang frei von Kohlgewächsen gewesen sein, um Krankheiten vorzubeugen.

  • Kann Rosenkohl auf dem Balkon oder der Terrasse angebaut werden?

    Rosenkohl ist sehr hitzeempfindlich. Wenn sich also im Sommer auf dem Balkon die Hitze staut, ist der Anbau dort nicht ideal. Wer einen gut belüfteten, kühleren Platz auf einer Terrasse hat, kann dort Kohlpflanzen in ausreichend großen Kübeln (30 l) ziehen – eine Pflanze pro Pflanzgefäß.

  • Ist ein Kulturschutznetz für Rosenkohl notwendig?

    Kohlgewächse sind einem hohen Schädlingsdruck ausgesetzt- Ein Kulturschutznetz schützt Rosenkohl vor verschiedenen Schädlingen wie Kohlmottenschildlaus, Kohlweißling oder Kohlherzdrehermücke. Ein Anbau unter einem Kulturschutznetz ist entsprechend sehr zu empfehlen.

  • Wie lange braucht Rosenkohl bis zur Ernte?

    Die Ernte beginnt ab dem Spätherbst, sobald die Röschen fest und gut entwickelt sind.

  • Ist Rosenkohl ein- der mehrjährig?

    Rosenkohl ist einjährig und zählt zu den klassischen Wintergemüsen im Hausgarten.

  • Warum ist mein Rosenkohl klein und welk?

    Mögliche Ursachen sind Schädlingsbefall (z. B. Kohlhernie, Erdflöhe, Kohlmottenschildlaus) oder unzureichende Pflege wie fehlende Wasserversorgung oder zu viel bzw. zu wenig Stickstoff. Schwaches Wachstum und welke, vergilbte Blätter können auf Kohlhernie hinweisen – ein Schleimpilz, der besonders in warmer, feuchter Erde auftritt und an den typischerweise verdickten Wurzeln erkannt werden kann.