Blumenkohl – Delikatessen aus eigenem Anbau

25.01.2022Pflanzensteckbriefe

Die Erfolgsgeschichte des Blumenkohles beginnt bereits im Mittelalter, als er zum ersten Mal aus Kleinasien ankam in Europa ankam. Schnell eroberte die Delikatesse den ganzen Kontinent und zählt heute zu den beliebtesten Kohlsorten.

Der Anbau von Blumenkohl ist eher anspruchsvoll. Hier erklären wir, wie es damit klappt.

 

Aussaat

  • Blumenkohl hat eine besonders langsame Jugendentwicklung. Von der Aussaat bis zur Pflanzung können bis zu 40 Tage vergehen. Für die frühen Blumenkohlsorten (z. B. die Sorte Amabile), die Mitte März bereits ins Freiland gepflanzt werden können, ist es bereits im Februar Zeit für die Aussaat.
  • Die Saattiefe für Blumenkohl liegt bei ca. 1 cm.
  • Die optimale Keimtemperatur beträgt 15-20 °C.
  • Aussäen lässt sich Blumenkohl am besten in einer Aussaatschale. Die kräftigsten Keimlinge werden dann in Multitopfplatten oder in kleine Töpfchen pikiert.
  • Bei der Weiterkultivierung der Jungpflanzen darf es etwas kühler sein (12-16 °C). Wichtig ist es dann allerdings, dass das Lichtangebot so groß wie möglich ist.
  • Die Jungpflanzen sollten vor dem Auspflanzen unbedingt zum Abhärten an mehreren Tagen morgens an einen wind- und sonnengeschützten Platz ins Freie gestellt werden. Abends die Pflanzen wieder reinholen oder über Nacht mit einem Vlies abdecken.

Pflanzung

  • Der Zeitpunkt der Pflanzung ist von Sorte zu Sorte sehr unterschiedlich. Frühe Sorten (z. B. die Blumenkohlsorte Amabile) können bereits im März ins Freiland gepflanzt werden. Die frühen Pflanzungen mit einem Vlies schützen. Späte Pflanzungen für die Herbsternte können auch noch im Juli erfolgen.
  • Die Pflanzabstände betragen 60-75 x 50 cm.
  • Blumenkohlpflanzen brauchen einen vollsonnigen Standort und einen tiefgründigen, feuchten Boden mit hohem Humus- und Nährstoffgehalt. Vor der Pflanzung das Beet gut mit Kompost oder kompostiertem Mist düngen. Es empfiehlt sich außerdem, den Boden mit Algenkalk aufzuwerten, da Blumenkohl einen hohen Kalkbedarf hat.
  • Direkt nach der Pflanzung muss Blumenkohl gut angegossen werden. Dann in den ersten 2-3 Wochen die Wassergabe reduzieren. So wird das Wurzelwachstum der Pflanze angeregt.

Fruchtfolge und Mischkultur

  • Als Starkzehrer gedeiht Blumenkohl besonders gut nach stickstoffmehrenden Kulturen wie Erbsen, Bohnen oder einer Gründüngung.

Kulturführung

  • Nach den ersten 2-3 Wochen ist eine gute und gleichmäßige Wasserversorgung unverzichtbar. Wassermangel führt zu einem geringen Blattwachstum, die Köpfe bleiben klein und es kommt schnell zur Schosserbildung (das bedeutet, dass die Pflanzen schnell in Blüte gehen).
  • Der Boden rings um die Pflanzen sollte vor allem zu Beginn der Kultur, wenn die Pflanzen noch klein sind, regelmäßig gehackt werden. Dies dient zum einen der Beikrautregulierung, ist aber auch für die dadurch angeregte Mineralisierung des im Boden befindlichen Stickstoffs wichtig.
  • Blumenkohl gehört wie bereits erwähnt zu den starkzehrenden Kulturen, weshalb er hohe Ansprüche an die Düngung hat. Zwei bis drei Wochen nach dem Pflanzen sowie während der Bildung der Blumen ist ein Nachdüngen mit Pflanzenjauche erforderlich.
  • Die Blumen des Blumenkohls sind sehr Lichtempfindlich. Sonnenstrahlen sorgen dafür, dass diese vergilben oder braun werden. Das kann man verhindern, indem man die Blätter umknickt und über die Blume legt. Die Blätter können alternativ auch über der Blume zusammengebunden werden.

Häufige Probleme und Lösungsansätze

  • Ein Schädling, der dem Blumenkohl das Leben schwer machen kann, ist der Kohlweißling. Ab Mitte Juli sollten daher die Beete mit Kulturschutznetzen abgedeckt werden. Die Blattunterseiten können regelmäßig auf Eigelege untersucht werden, diese sind leuchtend gelb. Die Eier werden abgesammelt oder zerdrückt, denn sonst entwickeln sich gefräßige Raupen, die sich an den Blättern der Pflanzen gütlich tun und meist nur das Skelett stehen lassen.
  • Ein weiterer Schädling ist die Kohlherzdrehermücke. Diese legen ihre Eier in die Hohlräume der Blütenanlagen. Der Speichel der Larven enthält wachstumshemmende Toxine, die dafür sorgen, dass die Blumenbildung ausbleibt und die Pflanze verkrüppelt. Eine windoffene Lage kann Abhilfe schaffen, ebenso das Verwenden eines engmaschigen Kulturschutznetzes.

Ernte

  • Die Besonderheit bei Blumenkohl ist, dass die Blütenknospen geerntet werden. Diese Blütenknospen sind zu einem festen Kopf verwachsen. Das Erntefenster bei Blumenkohl ist recht klein, da die Blume sonst schießt und schnell bräunlich wird.
  • Blumenkohl wird am Strunk unterhalb der Blätter abgeschnitten. Im Kühlschrank ist er einige Tage lang haltbar.

Sortenempfehlungen

Neckarperle: Traditionelle Sorte mit weitem Erntezeitraum. Das kräftige, offene Laub erleichtert später das Abdecken der Blume.



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