Blumenkohl – Delikatessen aus eigenem Anbau
21.03.2025Pflanzensteckbriefe

Die Erfolgsgeschichte des Blumenkohles beginnt bereits im Mittelalter, als er zum ersten Mal aus Kleinasien in Europa ankam. Schnell eroberte die Delikatesse den ganzen Kontinent und zählt heute zu den beliebtesten Kohlsorten.
Der Anbau von Blumenkohl ist eher anspruchsvoll. Hier erklären wir, wie es damit klappt.
Aussaat des Blumenkohls
- Blumenkohl hat eine besonders langsame Jugendentwicklung. Von der Aussaat bis zur Pflanzung können bis zu 40 Tage vergehen. Der Zeitpunkt der Aussaat richtet sich nach dem gewünschten Pflanztermin. Für die frühen Blumenkohlsorten (z. B. die Sorte Amabile), die Mitte März bereits ins Freiland gepflanzt werden können, ist schon im Februar Zeit für die Voranzucht drinnen. Für die Herbsternte erfolgt die Aussaat je nach Sorte Anfang Juni bis Mitte bis Juli ausgesät.
- Die Saattiefe für Blumenkohl beträgt ca. 1 cm.
- Die optimale Keimtemperatur liegt bei 15-20 °C.
- Blumenkohl wird am besten in einer Aussaatschale gesät. Die kräftigsten Keimlinge werden dann, wenn sich nach den Keimblättern die ersten echten Laubblätter zeigen, in Multitopfplatten oder in kleine Töpfe pikiert.
- Bei der Weiterkultur der Jungpflanzen sollte es etwas kühler sein (12-16 °C). Wichtig ist , dass die Pflänzchen möglichst hell stehen.
- Vor dem Auspflanzen sollten die Jungpflanzen unbedingt einige Tage zum Abhärten an einen wind- und sonnengeschützten Platz ins Freie gestellt werden. Abends ins Haus holen oder über Nacht mit Vlies abdecken.
Blumenkohl pflanzen
- Blumenkohl kann 30 bis 40 Tage nach der Aussaat gepflanzt werden. Frühe Pflanzungen mit einem Vlies schützen. Späte Pflanzungen für die Herbsternte können auch noch im Juli erfolgen.
- Der Pflanzabstand beträgt 50 x 50 cm.
- Blumenkohlpflanzen benötigen einen vollsonnigen Standort und einen tiefgründigen, feuchten Boden mit hohem Humus- und Nährstoffgehalt. Vor der Pflanzung das Beet reichlich mit Kompost oder kompostiertem Mist düngen. Es empfiehlt sich außerdem, den Boden mit Algenkalk anzureichern, da Blumenkohl einen hohen Kalkbedarf hat.
- Unmittelbar nach dem Setzen müssen die Pflanzen gut angegossen werden. Dann in den ersten 2-3 Wochen die Wassergabe reduzieren. So wird das Wurzelwachstum angeregt.
Fruchtfolge und Mischkultur für Blumenkohl
- Kohlgewächse sollten frühstens wieder nach drei Jahren auf demselben Beet angebaut werden.
- Als Starkzehrer gedeiht Blumenkohl besonders gut nach stickstoffmehrenden Kulturen wie Erbsen, Bohnen oder einer Gründüngung (außer Gelbsenf wegen der Fruchtfolge!).
Kulturführung des Blumenkohls

- Blumenkohl hat von allen Kohlsorten den höchsten Wasserbedarf. Wenn die Pflanzen gut angewachsen und verwurzelt sind, ist daher eine gute und gleichmäßige Wasserversorgung unerlässlich. Wassermangel führt zunächst zu geringem Blattwachstum. In der Folge bleiben die Köpfe klein und es kommt schnell zur Schosserbildung (das bedeutet, die Pflanzen beginnen vorzeitig zu blühen). Um die Wasserverdunstung zu reduzieren, ist eine Mulchschicht sinnvoll.
- Der Boden um die Pflanzen sollte regelmäßig gehackt werden, vor allem wenn die Pflanzen noch klein sind. Dies dient einerseits der Beikrautregulierung und regt gleichzeitig die Mineralisierung des im Boden vorhandenen Stickstoffs (= Nährstoffe) an.
- Blumenkohl gehört wie bereits erwähnt zu den starkzehrenden Kulturen, weshalb er hohe Ansprüche an die Düngung hat. Zwei bis drei Wochen nach dem Pflanzen sowie während der Bildung der Blumen ist ein Nachdüngen mit Pflanzenjauche erforderlich.
- Die Blumen des Blumenkohls sind sehr lichtempfindlich. Bei intensiver Sonneneinstrahlung verfärben sie sich gelb bis lila, sind aber weiterhin genießbar. Diese Verfärbung kann verhindert werden, indem die großen Blätter umknickt und schützend über die weißen Blumen gelegt werden.
Häufige Probleme und Lösungsansätze beim Blumenkohl-Anbau
- Ein Schädling, der allen Kohlgewächsen das Leben schwer machen kann, ist der Kohlweißling. Die Blattunterseiten sollten regelmäßig auf die leuchtend gelben Eigelege des Falters untersucht werden. Die Eier werden abgesammelt oder zerdrückt, denn sonst entwickeln sich gefräßige Raupen, die sich an den Blättern der Pflanzen gütlich tun und meist nur das Blattskelett stehen lassen. Vorsorglich können die Beete ab Mitte Juli mit Kulturschutznetzen abgedeckt werden, das hält die Schmetterlinge fern.
- Ein weiterer Schädling ist die Kohlherzdrehermücke. Diese legen ihre Eier in die Hohlräume der Blütenanlagen. Der Speichel der Larven enthält wachstumshemmende Toxine, die dafür sorgen, dass die Blumenbildung ausbleibt und die Pflanze verkrüppelt. Eine windoffene Lage kann Abhilfe schaffen, ebenso das Verwenden eines engmaschigen Kulturschutznetzes.
- Erdflöhe treten bei warmer und trockener Witterung auf und durchlöchern die Blätter der jungen Pflanzen, wodurch deren Wuchskraft erheblich gemindert wird. Die beste Vorbeugung ist, den Boden immer feucht zu halten. Auch Mulchen und häufiges Hacken helfen.
Blumenkohl ernten

- Geerntet wird, bevor sich die Röschen öffnen, auflockern (fachsprachlich „grießig werden“) oder verfärben. Sie sollten noch weiß, fest und geschlossen sein.
- Blumenkohl wird am Strunk unterhalb der Blätter abgeschnitten.
- Im Kühlschrank ist er einige Tage lang haltbar.
Sortenempfehlung Blumenkohl für den Hobbygarten

Neckarperle
Traditionelle Sorte mit weitem Erntezeitraum. Das kräftige, offene Laub erleichtert später das Abdecken der Blume.
Daniel
Neue Kultursaatsorte, die schöne große Blumen bildet. Für den Anbau im Sommer und Herbst empfohlen.




