Schnittknoblauch – mildwürziges für die Küche

10.08.2021Pflanzensteckbriefe

Schnittknoblauch ist eine jahrhundertealte, asiatische Kulturpflanze, die in den letzten Jahren zunehmend auch die Gärten und Küchen Europas erobert. Wie der Name bereits andeutet, ähnelt er optisch dem Schnittlauch, allerdings mit schmalen narzissenähnlichen Blättern und schmeckt mild-würzig nach Knoblauch. Das zarte Grün kann frisch gegessen werden oder man kann es, wie in China üblich, gedünstet genießen. Besonders schmackhaft sind übrigens die Blüten und die unreifen Samenkapseln.

 

Aussaat

  • Schnittknoblauch kann von Ende März bis Ende August direkt ins Freiland, ins Gewächshaus oder in Töpfe gesät werden. Die Aussaat erfolgt in Horsten im Abstand von 30x25  cm.
  • Die Saattiefe beträgt ca. 2 cm, anschließend die Aussaat bis zur Keimung gut feucht halten.
  • Die Keimdauer von Schnittknoblauch gilt als recht lange. Bei Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius kann es zwei bis drei Wochen dauern.
  • Eine Jungpflanzenanzucht ist ebenfalls möglich, die Vorkultur in Töpfen dauert dabei 4-6 Wochen. Vor dem Auspflanzen ist ein gründliches Abhärten notwendig. Beim Auspflanzen gelten ebenfalls Abstände von 20x30 cm.
  • Schnittknoblauch wächst zu Beginn eher langsam, ist aber in den Folgejahren sehr raschwüchsig.
  • Die Samen sind nur 1-2 Jahre keimfähig also möglichst immer nur frisches Saatgut verwenden.

Kulturführung

  • Schnittknoblauch fühlt sich an sonnigen Standorten am wohlsten, verträgt jedoch auch leichten Schatten. Besonders gut wächst er auf humosen, nährstoffreichen Gartenböden.
  • Schnittknoblauch hat einen hohen Wasserbedarf. Wenn es die Pflanzen im Sommer zu trocken haben, sterben sie ab. Nach dem Ernten von Schnittknoblauch ist ausgiebiges Gießen für einen schnellen Durchtrieb besonders wichtig.
  • In der Fruchtfolge ist eine Anbaupause von 4 Jahren zu sich selbst und anderen Gewächsen der Zwiebelfamilie zu beachten.
  • Alle 2-3 Jahre sollte man die Stöcke verjüngen, indem man sie ausgräbt, teilt, und auf ein neues Beet setzt. Wichtig ist dabei die Fruchtfolge zu beachten.  Eine Anbaupause von  4 Jahren nach sich selbst oder anderen Zwiebelgewächsen sollte eingehalten werden.
  • Die Pflanzen sind völlig winterhart und können auch im Gewächshaus oder im Winter im Topf wie Schnittlauch getrieben werden. Für die Treiberei im Topf den Stock ab Anfang November ausgraben, durchfrieren lassen zur Anregung des Wachstums (zur Not im Gefrierschrank). Danach in ein warmes Wasserbad stellen (ca. 12 Stunden) und im Zimmer aufstellen. Durch einfrieren und wieder auftauen wird die Winterruhe simuliert, dies regt die Bildung neuer Triebe an. Ohne diese Maßnahmen treibt der Schnittknoblauch meist nicht aus. Darauf achten, dass es in der ersten Woche etwas wärmer (23 °C) ist, danach reichen 15-18 °C.

Häufige Probleme und Lösungsansätze

  • Die am häufigsten vorkommende Erkrankung bei der Kultur von Schnittknoblauch ist der Falsche Mehltau, welcher sich –im Sommer bei kühleren Temperaturen entwickelt und häufig nach Nächten mit einer hohen Luftfeuchtigkeit auftritt. Erkennbar ist der falsche Mehltau an hellen, ovalen Flecken, bei fortgeschrittenem Befall an einem grau-violetten Belag. Zur Vorbeugung die Pflanzen nur morgens gießen und das Beet von Beikräutern frei halten. Zur Pflanzenstärkung kann Ackerschachtelhalmtee gespritzt werden.
  • Rost kann ebenfalls erst bei höheren Temperaturen und nach Nächten mit hoher Luftfeuchtigkeit auftreten. Erkennbar ist er an länglichen, orangenen Flecken. Der Pilz tritt in feuchten Jahren im August/September auf. Um einem Befall vorzubeugen, empfiehlt sich ebenfalls die Gabe von Ackerschachtelhalmtee.

Tipp

Die schönen weißblühenden Blütenstände können wunderbar als Schnittblumen verwendet werden und sind außerdem eine Insektenweide.

Ernte

  • Schnittknoblauch erntet man am besten direkt vor der Verwendung. Das zarte Grün kann frisch gegessen werden oder man kann es, wie in China üblich, gedünstet genießen.
  • Im Kühlschrank oder in einem Wasserglas ist der Schnittknoblauch auch 2-3 Tage lang haltbar.
  • Schnittknoblauch lässt sich auch wunderbar einfrieren.
  • Die hübschen weißen, sternförmigen Blüten, die sich erst ab dem 2. Jahr bilden, lassen sich dekorativ als feines Gewürz über Salate und andere Speisen streuen.
  • Je mehr man erntet, umso besser und schneller wächst der Stock nach. Wenn die Blüten regelmäßig abgeschnitten werden, ist der Schnittknoblauch lange beerntbar.
  • Nach der chinesischen Medizin verbessert Schnittknoblauch die Nierenfunktion, stärkt die Immunabwehr und hat eine krebsvorbeugende Wirkung.

Sortenempfehlungen



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