Blattläuse – der Gartenschreck

20.07.2021Rund ums Gärtnern

Die am häufigsten vorkommenden Schädlinge im Biogarten sind die Blattläuse und dies schon seit Jahrmillionen, wie in Bernstein eingeschlossene Exemplare belegen. Blattläuse ernähren sich von Pflanzensaft, welchen sie durch ihren Mundstachel aufsaugen. So schwächen sie die Pflanzen. Junge Triebe und Knospen haben es Ihnen besonders angetan, ist ihr Gewebe doch noch sehr empfindlich und zart, Blattläuse haben dort leichtes Spiel.

 

Denn Befall erkennen

Blattläuse sind je nach Art grün, rotbraun oder schwarzbraun gefärbt und nur wenige Millimeter groß. Blattläuse leben oft dicht gedrängt in Kolonien. Speziell im Sommer können sie sich mit rasanter Geschwindigkeit vermehren, da die weiblichen Blattläuse selbst ohne Befruchtung lebende Nachkommen zur Welt bringen können. Weil sich die Blattläuse den Umweg über Partnersuche, Begattung und Eiablage sparen, können quasi „über Nacht“ ganze Blätter von Blattläusen belegt werden. Der Fachbegriff dieser Fortpflanzungsart lautet „Parthogenese“.

Von Blattläusen befallene Jungtriebe sterben nach einem Befall ab. Zusätzlich sondern Blattläuse den sogenannten Honigtau ab. Dieser besteht hauptsächlich aus Zucker, denn der Energiestoffwechsel der Blattläuse ist vor allem auf Proteine angewiesen. Dieser Honigtau überdeckt Blätter wie ein Klebefilm, auf dem sich Rußtaupilze in einer schwarzen Schicht ansammeln können. Außerdem wird der abgesonderte Honigtau sehr gerne von Ameisen verspeist, die zum Dank die Blattläuse von Pflanze zu Pflanze transportieren.

Blattläuse übertragen auch Pflanzenviren, die sich durch Verfärbungen und Wuchsstörungen bemerkbar machen.  Zuerst an den Blättern, später dann an der ganzen Pflanze.

Vorbeugen und bekämpfen

Ab dem Frühjahr muss bereits auf erste Blattläuse geachtet werden, die aus dem Winterschlaf erwachen und auf Nahrungssuche gehen. Diese sollten am besten schnell vom Blatt abgestreift werden. Bereits weiter gewachsene Blattlauskolonien können mit einem starken Wasserstrahl abgespritzt werden. Sind die Triebe stark befallen, müssen sie zurückgeschnitten werden.

Zur Vorbeugung lohnt sich die Förderung von Nützlingen wie Marienkäfern, Schweb- und Florfliegen, die sich im Larvenstadium von Blattläusen ernähren. Auch die Abdeckung der Gemüsepflanzen mit einem Kulturschutzvlies kann Abhilfe schaffen.

Tipp

Kapuzinerkresse kann ebenfalls eingesetzt werden, wenn Blattläuse auf den Gemüsekulturen zum Problem werden. Kapuzinerkresse besitzt die Eigenschaft, Blattläuse anzuziehen. In der Nähe von Blattlausgefährdetem Gemüse gepflanzt, kann sie zur Ablenkung dienen.

Verdünnte Brennnesseljauche oder Brennnesselkaltauszüge eignen sich besonders gut zur Abschreckung der Blattläuse. Sie lassen sich auch äußerst wirksam als vorbeugende Maßnahme zur Pflanzenstärkung einsetzen: Die in der Brennnessel enthaltene Kieselsäure wird in die Blätter der behandelten Pflanze eingebaut, woraufhin die Blattläuse es schwerer haben, ihren Stachel durch die Blattoberfläche zu bohren.

Sanfte Seifenlaugen helfen, bereits bestehende Blattlauskolonien pflanzenschonend in den Griff zu bekommen. Dazu zum Beispiel 50 g Kernseife in einem Liter heißen Wasser auflösen oder 10 ml Spülmittel mit 1l kaltem Wasser mischen. Die Lösung in eine Spühflasche geben und die befallenen Blätter tropfnass damit besprühen. Die Seifenlauge dringt dank ihrer geringen Oberflächenspannung in die Atemöffnungen der Blattläuse ein. Eine weitere Lösung verspricht Teebaumöl. In Wasser verdünnt (10 Tropfen Öl auf einen Liter Wasser) und auf die Pflanzen gesprüht, kann es Blattläusen den Appetit verderben.



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