Der Boden – Grundlage für eine reiche Ernte

09.04.2021Rund ums Gärtnern

Der Traum für alle, die ihr eigenes Gemüse anbauen wollen: ein lockerer und humusreicher Gartenboden. In so einem Boden tummeln sich nützliche Lebewesen von mikroskopisch kleinen Bakterien über Asseln bis hin zu langen Regenwürmern.

Der Weg zu diesem idealen Boden für den Anbau von eigenem Gemüse und wie auch unter weniger günstigen Bedingungen die Ernte erfolgreich wird, erklären wir in diesem Beitrag.

Humus – Grundlage eines fruchtbaren Gemüsegartens

Der Ort, an dem die dauerhafte Fruchtbarkeit des Bodens am besten beeinflusst werden kann, sind die oberen 10 bis 20 cm – die Humusschicht. Diese Schicht hat den größten Einfluss auf das Wachstum und die Gesundheit der Pflanzen. Auf einem Quadratmeter fruchtbarem Gartenboden leben mehrere Milliarden Pilze, Algen, Bakterien und Wimpertierchen sowie unzählige andere Lebewesen wie Regenwürmer, Asseln und Tausendfüßler.

Diese arbeiten unermüdlich, um Pflanzenreste zu zersetzen und darin enthaltene Nährstoffe zu lösen. Darüber hinaus verbauen sie teils mikroskopisch kleine Bestandteile zu stabilen Erdkrümeln, sogenannte „Bodenaggregate“. All dies trägt dazu bei Wasser und Nährstoffe zu speichern und für die Pflanzenwurzeln verfügbar zu machen sowie die Struktur des Bodens zu verbessern. Die Natur kennt keinen Abfall, alles wird wiederverwertet.

Bodenart – Bestimmung und Maßnahmen

Eine Bestandsaufnahme für den eigenen Boden zu machen, ist meist nicht allzu schwer und eine Bodenanalyse durch ein Labor nur in den wenigsten Fällen notwendig. Eine gute Einschätzung der Bodenart, die im eigenen Garten vorherrscht, gelingt mit der Fingerprobe. Hierfür wird ein etwas größeres Stück feuchter Erde in die Hand genommen und zwischen den Fingern geknetet.

 

Sandboden klebt nicht an den Händen, die Körner lassen sich fühlen und er rieselt beim Kneten durch die Finger. Sandboden lässt sich einfach bearbeiten, erwärmt sich schnell und trocknet im Frühjahr rasch ab. Daher lassen sich bereits zeitig die ersten Saaten ausbringen, welche den Boden rasch und einfach durchwurzeln können. Nachteile des Sandbodens sind jedoch die geringe Speicherfähigkeit von Wasser und Nährstoffen. Zusätzlich kann Regen auch schnell zur Auswaschung der wenigen Nährstoffe führen. Hier sollte auf eine regelmäßige, auf das Pflanzenwachstum abgestimmte Düngung und vor allem im Sommer auf gleichmäßiges Gießen geachtet werden.

Tonboden lässt sich besonders gut formen und klebt an den Fingern. Tonböden sind in der Lage, große Mengen an Wasser und Nährstoffen zu speichern. Aufgrund ihrer Schwere und Festigkeit lassen sie sich jedoch nur schwer bearbeiten und auch Setzlinge und Samen haben es schwer, Wurzeln zu schlagen. Tonböden bleiben auch im Frühjahr lange kalt und beim Abtrocknen bilden sich teils Klumpen – hart wie Steine.

Um Tonböden zu lockern, ist es hilfreich, den Sandanteil zu erhöhen und eine regelmäßige Kompostversorgung sicherzustellen. Auch Mulchen und der Anbau von tiefwurzelnden Gründüngungssorten wie Saatwicke, Ölrettich oder Waldstaudenroggen tragen viel zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit bei.

Lehmboden fühlt sich zwischen den Fingern fast mehlig oder gar samtig an. Die Erde ist leicht formbar, klebt jedoch nicht an den Fingern. Diese Böden haben wie Tonböden die Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe besonders gut zu speichern. Die Erde bleibt jedoch im Frühjahr noch lange nass und neigt bei starkem Regen zum Verschlämmen, wodurch die obere Schicht beim Trocknen fest wie eine Kruste wird.

Lehmreiche Böden sind insgesamt sehr fruchtbar. Bei Einhaltung einer ausgewogenen Fruchtfolge und regelmäßigen Kompostgaben lässt sich diese Fruchtbarkeit erhalten und sogar erhöhen.

In der Realität sind die Übergänge zwischen den verschiedenen Bodentypen oft fließend. Mit Kulturmaßnahmen wie Mulchen und dem Anbau von Gründüngung wird kontinuierlich für Nachschub an organischer Substanz im Garten gesorgt. Kombiniert mit einer schonenden und möglichst flachen Bodenbearbeitung kann auch auf schwierigen Böden erfolgreich Gemüse angebaut werden.



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