Saatgut richtig lagern

12.10.2021Saatgut-Lexikon

Der Winter naht und selbst alle Herbstaussaaten sind schon ausgebracht. Das Saatgut muss nun bis ins nächste Frühjahr möglichst fachgerecht gelagert werden, damit es nichts von seiner Keimkraft verliert. Denn: Der Keimling im Inneren lebt, er verbraucht Sauerstoff und mit der Zeit auch seine Reserven.

 

Saatgut ist lebendig

Samen sind lebendig und aufgrund dieser Tatsache nicht unbegrenzt lebens-, keim-, und lagerfähig. Sie haben einen geringen Wassergehalt, weshalb ihre Stoffwechselaktivität stark verringert ist und Reservestoffe nur durch Atmung verbraucht werden.

Optimale Bedingungen während der Lagerung verringern die Stoffwechselaktivität und erlauben somit die Erhaltung der Keimfähigkeit für einen Zeitraum, der stark von der Art des Saatguts abhängt. So bleiben z. B. Tomatensamen je nach Sorte vier bis zehn Jahre keimfähig, auch Ölsämereien wie die Kohlarten verlieren sehr langsam ihre Keimfähigkeit, Zwiebelgewächse dagegen relativ schnell.

Richtig gebettet

Besonders wichtig bei der Lagerung von Saatgut ist, dass dieses vollkommen trocken ist. Feuchte Samen schimmeln in Tüten oder Gläsern schnell. Hat man vor, das Saatgut länger zu lagern, kann man einen Beutel mit Kieselgel dazulegen (Silicagel ist erhältlich in Apotheken und Drogerien), das der Umgebung Feuchtigkeit entzieht. Das trockene Saatgut sollte in geschlossenen Gefäßen aufbewahrt werden. So haben Schädlinge wie Mäuse, Mehlmotten und Bohnenkäfer keine Chance, sich an den kostbaren Samen zu bedienen. Wer die Möglichkeit hat, kann das Saatgut auch unter Vakuum verschweißen.

Darüber hinaus sollte das Winterquartier kühl und dunkel sein. Die perfekte Lagertemperatur ist zwischen 4 und 15 °C. Optimal sind etwa ungeheizte Kellerräume. Der Samenvorrat sollte nicht ganzjährig in der Gartenhütte untergebracht werden, da die Samen große Temperaturschwankungen nicht gut vertragen. Bei der Bingenheimer Saatgut AG werden die Saaten bei einer Temperatur von 15 °C,  empfindlichere Arten bei einer Temperatur von 8 °C in dunklen Räumen gelagert.

Tiefkühllagerung ist nur bei sehr gut getrocknetem Saatgut möglich, sonst wird der Keimling zerstört. Um das Saatgut wirklich trocken zu bekommen, muss das Saatgut mit Silicagel getrocknet werden und in metallbeschichtete Tüten eingeschweißt werden. Bei -18°C halten sich die Samen so mindestens 10 Jahre, manche Sorten auch über 20 Jahre. Für den Hausgartengebrauch empfehlen wir die Tiefkühllagerung jedoch nicht.

Tipp

Wir testen bei uns im Haus jede gelagerte Partie neu auf ihre Keimfähigkeit bevor sie abgefüllt wird. Falls Sie bei sich zuhause noch Saatgut aus vorherigen Jahren haben, können Sie über die Eingabe der Partie Nummer die Ergebnisse unserer Abteilung Saatgut-Diagnostik einsehen. Auf der Rückseite Ihrer Saatguttüte finden Sie die Partie Nr. (Beispiel: 07252/C). Die Ergebnisse der aktuellen Prüfungen auf Keimfähigkeit werden ständig online gestellt.

Hier gelangen Sie zur entsprechenden Seite: Mein Saatgut auf Keimfähigkeit prüfen.



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