Nützlinge im Biogarten fördern – einige Tipps

27.07.2021Rund ums Gärtnern

Insekten spielen im Biogarten eine besonders wichtige Rolle. Sie fungieren als Schädlingsbekämpfer und bestäuben Pflanzen. Maßnahmen wie man sie anlockt gibt es viele. Welche dabei am besten helfen und welche Nützlinge sich in unseren Gärten tummeln, lesen Sie hier.

 

Den Garten attraktiv machen

Will man diese Nützlinge gezielt fördern, empfiehlt es sich zuerst einmal weniger zu tun und der Natur auch einmal ihren freien Lauf zu lassen. Das kann Beispielsweise bedeuten, das eine oder andere Beikraut auch mal stehen zu lassen und nicht immer den gesamten Rasen mähen.

Hecken und Sträucher bieten auch vielen Vogelarten Nistplätze und Schlafgelegenheiten. Diese erfreuen uns nicht nur mit Ihrem Gesang, auf der Speisekarte von Rotkehlchen, Rotschwänzen, Finken und Co. stehen neben Blattläusen, Maden und Larven auch Raupen und andere Insekten. Einige Vogelarten vertilgen sogar Unkrautsamen. Eine Vogeltränke, sowie in harten Wintern ein kleiner Futterplatz lässt den Garten zum gerne besuchten Ort werden.

Durch die Aussaat und Pflanzung von blühenden Blumen kann ganzjährig ein breites Angebot an Pollen und Nektar geschaffen werden, die lockt Nützlingen und erfreut auch das menschliche Auge.

Überall wo es blüht und Nektar und Pollen als Nahrung zur Verfügung steht, fühlen sich nützliche Insekten wohl. Der Löwenzahn zum Beispiel, lockt mit seinen Blüten im Frühjahr Bienen, Schwebfliegen, Marienkäfer und weitere freiwillige Helfer in den Garten. Auch die Acker-Kratzdistel bietet unzähligen Insektenarten mit ihrem Nektar und Pollen Nahrung.

Nützliche Helfer

Insekten nehmen im Biogarten eine wichtige Stellung ein. Eine Schwebfliege zum Beispiel verspeist im Laufe ihrer Enzwicklungszeit unzählige Blatt-, Woll- und Schmierläuse. Noch dazu gehört sie neben Bienen zu den wichtigsten Blütenbestäubern. Beim Marienkäfer stehen zusätzlich noch Weiße Fliegen, einige Milbenarten und Schildläuse auf dem Speiseplan. Eine einzige Marienkäferlarve kann, besonders direkt nach der Winterruhe, pro Tag bis zu 300 Blattläuse fressen.

Florfliegen sind besonders im Larvenstadium hungrige Jäger. Mit ihren zangenförmigen Kiefern verspeisen sie Blattläuse, Spinnmilben und weitere Läusearten. Bis zu 500 Blattläuse vertilgt eine Florfliegenlarve am Tag.

Schlupfwespen sind sehr klein, sie werden nur bis zu 3 mm groß. Im Hinterleib besitzen sie einen langen Legestachel. Mit diesem Stachel können die Weibchen zum Beispiel Blattläuse anbohren und ihre Eier hineinlegen. Bis zu 1000 Blattläuse werden so belegt. Die Larve der Schlupfwespe frisst nun ihren Wirt von innen her auf und überwintert in der hohlen Laus. Daher sollte man um Herbst und Winter auf Blattlausmumien achten, um die Schlupfwespen nicht zu vernichten.

Ohrwürmer sind weitere Nützlinge, die sich von Läusen ernähren. Sie fühlen sie sich besonders wohl in mit Stroh oder Heu gefüllten Töpfen, die kopfüber in Bäume und Sträucher gehängt werden. Marienkäfer und Florfliegen finden darin ebenfalls ein wunderbares Winterquartier. Auch sogenannte Insektenhotels ermöglichen den Nützlingen über den Winter zu kommen.

Tipp:

Laubhaufen, Altholz oder wilde Hecken unterstützen die natürliche Artenvielfalt. Sie dienen vielen Lebewesen als Lebensraum.

 

Wichtige Helfer im Kampf gegen Läuse und Raupen sind unter anderem auch Spinnen. Sie fangen Fliegen, Raupen, Wanzen und Läuse. Im Herbst liegen gelassene Laubhaufen dienen auch Florfliegen als Winterquartier.

Löcher im Boden, Bretter und Steine bieten neben Insekten auch Eidechsen und Blindschleichen Unterschlupf. Diese fressen Beispielsweise Nacktschnecken sehr gerne. Laufkäfer haben es neben Schnecken noch auf Kartoffelkäferlarven abgesehen. Sie freuen sich über feuchte Plätze unter Laub, Holz und Steinen als Unterschlupf.



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1 Kommentar

28.07.2021 | Rafael
- mr -

Ein sehr lehrreicher Artikel. Ich lese ihn mit Freude.